HSG Frankfurt entlässt das Trainerduo - 2. Bundesliga Süd: Jan-Olaf Immel soll aber als Spieler dem Club erhalten bleiben - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
HSG Frankfurt entlässt das Trainerduo

2. Bundesliga Süd: Jan-Olaf Immel soll aber als Spieler dem Club erhalten bleiben

Er war schon Europameister, erlebte bei der SG Wallau/Massenheim und TV Großwallstadt Höhen und Tiefen mit. Doch solch turbulente Tage hat Jan-Olaf Immel wohl in seiner Handballkarriere noch nicht mitgemacht. Erst wurde dem 33 Jahre alten Sportwissenschaftler von der HSG Frankfurt RheinMain mitgeteilt, dass sein Engagement als Spielertrainer beim Zweitligisten über die Saison hinaus nicht verlängert wird.

Nach dem katastrophalen Restrundenauftakt mit der 31:36-Schlappe gegen Schlusslicht Leichlingen gab der Verein dann sogar die sofortige Trennung von seinem Trainergespann Mike Fuhrig/Immel bekannt. Als Spieler soll Immel aber weiterhin am Ball sein - und er holte prompt drei Tage später für den überzeugenden Auswärtssieg beim ThSV Eisenach die Kastanien aus dem Feuer. "Ich ziehe den Hut vor Jan-Olaf Immel", klang Peter Schreiber fast ein wenig verblüfft - und den HSG-Geschäftsführer haut als langjährigen Funktionär des Trägervereins TSG Münster nichts so schnell um. "Er hat sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das war sehr professionell."

Dabei hätte der zweifache Familienvater aus Wiesbaden allen Grund gehabt, verärgert zu sein. Immel entschied sich vor zwei Jahren gegen das Bundesliga-Angebot der HSG Wetzlar und für die TSG Münster, um den Main-Taunus-Verein aus den Niederungen der 2. Bundesliga zu holen. "Eike", so sein Rufname unter Handballern, führte Münster zum Ligaverbleib. Mehr noch. Er übernahm in der Folge auch das Traineramt, absolvierte die Lehrgänge für die A-Lizenz und sorgte mit Platz sechs für die erfolgreichste Saison seines Vereins überhaupt.

Es folgte die reizvolle Kooperation der TSG Münster mit der SG Wallau, um mittelfristig als HSG den Aufstieg in die Bundesliga zu realisieren. Da wollte Immel gerne dabei sein. Er, der nüchterne Analytiker, gemeinsam mit seinem ehemaligen Wallauer Mitspieler Fuhrig. Eine Mischung, die Zeit braucht. Genauso wie die Zusammenführung zweier Mannschaften. Zeit, die Immel nicht bekam. Die Leistungskurve von einigen Spielern stimme nicht, es gebe unterschiedliche Auffassungen über die Entwicklung der Mannschaft, argumentierte die HSG-Führungsriege die Entscheidung der Trainerentlassung. Nur wenige Punkte fehlten bis dato zum Erreichen des Saisonziels, einem Platz im vorderen Tabellendrittel.

Das Ziel möchte Immel jetzt unbedingt erreichen. Sich Interimstrainer Thorsten Schmid (früher TuSpo Obernburg) unterordnen und als Führungsspieler vornweg marschieren. "Ich werde alles für diesen Verein tun. Wir werden mit einer konzentrierten Leistung das Ziel erreichen", sagt Immel. Die HSG möchte noch im Februar den neuen Trainer für die nächste Runde präsentieren. Mit Immel laufen die Verhandlungen für eine Vertragsverlängerung - als Spieler.