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Furiose Franken

Beim HC Erlangen wird auf dem Feld und hinter den Kulissen alles gegeben

Beim HC Erlangen ist in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen konsequent an der Weiterentwicklung des derzeit führenden bayerischen Handballclubs gearbeitet worden. Dabei motiviert natürlich auch die gute sportliche Entwicklung den neuen HCE-Geschäftsführer Stefan Becker sowie dessen Team auf der Geschäftsstelle, nach Kräften und zielgerichtet die komplexen täglichen Aufgabenstellungen zu bewältigen. Allen Erlangern ist aber auch bewusst, dass in der sehr starken zweiten Liga jeder Verein jeden seiner Konkurrenten schlagen kann. Trainer Frank Bergemann wurde und wird nicht müde, alle Fans, Spieler, Sponsoren und die Administration zu mahnen, sich von der "Momentaufnahme" eines guten Tabellenplatzes nicht täuschen zu lassen.

Die Leistungsunterschiede zwischen den Teams und deren Punkteabstände in der Tabelle seien einfach zu gering. Bergemann musste sich immer wieder vehement dagegen wehren, dass die Konkurrenz den HC Erlangen als Favoriten der Liga bezeichnete. In Tübingen schließlich wurde deutlich, wie recht der erfahrene Chefcoach hatte. Eine hoch motivierte, dynamische Neuhausener Mannschaft bekämpfte die Mittelfranken erfolgreich, die sich in Ihrer Rolle als Tabellenführer zu sicher gefühlt hatten. Spätestens seit dem letzten Auswärtsspiel im Schwäbischen wissen Sebastian Preiss und seine Mitspieler, was sie in den nächsten Wochen in Rostock, Bittenfeld, Essen und auch in Hüttenberg erwarten wird.

Die Arbeit hinter den Kulissen des HCE trug derweil nun erste Früchte: Die Verträge der Rückraumstützen Nikolai Link und Oliver Hess wurden vorzeitig verlängert. Die beiden Zwei-Meter-Männer können damit nicht nur ihre Wohngemeinschaft in Erlangen, sondern auch ihr BWL-Studium in Nürnberg fortsetzen. Bei der Diskussion um den Neubau einer Halle in Erlangen, die auch den Maßstäben der DKB Handball-Bundesliga (HBL) genügen würde, gab es den wohl entscheidenden Durchbruch. Nachdem sich der Erlanger Stadtrat bereits im Frühjahr mit großer Mehrheit für einen Hallenneubau ausgesprochen hatte, stimmte nun die Universität dem Verkauf des für die Halle vorgesehenen Grundstücks an die Stadt Erlangen zu. Der Landtagswahlkampf in Bayern hatte in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen geführt. Dabei ist es sicher nicht von Nachteil, dass der alte und neue bayerische Innenminister Joachim Herrmann nicht nur ständiger Gast der Heimspiele in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle, sondern im neuen bayerischen Kabinett auch für die Resorts Bau und Sport zuständig ist.


Anschauungsunterricht beim Basketball

In der Region um Erlangen gibt es aber heute schon multifunktionale Hallen. Am gestrigen Montag nahm der HC Erlangen insoweit Anschauungsunterricht: Auf Vermittlung des HCE-Aufsichtsratschefs Dr. Carsten Bissel, der viele Jahre in der gleichen Funktion bei den Brose Baskets Bamberg tätig war, besuchte die Mannschaft des HCE geschlossen das BBL-Heimspiel der oberfränkischen Meistermannschaft gegen Trier in der jüngst modernisierten Brose Arena. Dabei konnte sich das Team einen Eindruck davon verschaffen, wie es sich in einer mit knapp 7.000 Basketball-Freaks ausverkauften Arena "anfühlt". Und dieses Gefühl - das wurde schnell deutlich - würde jeder Erlanger Handballspieler gerne auch einmal am eigenen Leib erfahren.

Zunächst heißt es aber, sich beim Spitzenteam Empor Rostock am kommenden Freitag in der Stadthalle Rostock besser als in Tübingen zu verkaufen. Die Mittelfranken haben dies jedenfalls fest vor und werden bereits am Vormittag des Spieltages nach Berlin-Tegel fliegen, um anschließend ein Tageshotel in der Nähe von Rostock beziehen. Auch diese Anreise wird das erweiterte Team der Geschäftsstelle des HCE um Stefan Becker wieder vorbereiten. Denn schließlich wollen auch dort alle ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Saison der Erlanger Handballer leisten und das eine große Ziel verfolgen: Aufstieg in Liga eins.