Mark Dragunskis Wunsch: Ein Spieltag mit seinem kompletten Kader - Beim TuSEM Essen zieht sich die Verletzungsmisere wie ein roter Faden durch die aktuele Zweitliga-Spielzeit - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Mark Dragunskis Wunsch: Ein Spieltag mit seinem kompletten Kader

Beim TuSEM Essen zieht sich die Verletzungsmisere wie ein roter Faden durch die aktuele Zweitliga-Spielzeit

"Nein" - Die Antwort kommt sofort. TuSEM-Trainer Mark Dragunski muss nicht lange überlegen, ob er in dieser Saison schon einmal seinen kompletten Kader zur Verfügung hatte. Verletzungen ziehen sich beim Zweitligisten von der Margarethenhöhe wie ein roter Faden durch die aktuelle Zweitliga-Spielzeit. Immer wieder brachen einzelne Mosaiksteinchen aus dem ohnehin nicht gerade üppigen Gesamtbild.

Torwart Ante Vukas kam beispielsweise mit der "Altlast" einer Knieverletzung aus der vergangenen Saison. Simon Keller zog sich in der Vorbereitung eine langwierige Meniskusverletzung zu und stieß erst jüngst wieder zur Mannschaft. Philipp Pöter musste zwischendurch wegen einer Knieverletzung kurz pausieren. Ebenso fehlte zuletzt Marcus Bouali für einige Zeit. Besonders schwer traf die Essener allerdings die Nachricht, dass Rückraumspieler Julius Kühn wegen eines Handbruchs wohl in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird.


A-Junior im linken Rückraum

"Das sind blöde Verletzungen, die im Handball aber nun mal vorkommen können. Bei unserem engen Kader trifft uns das aber besonders hart. Die Häufigkeit tut weh", erklärt Dragunski.

Die Verletztenmisere gipfelte darin, dass Niclas Pieczkowski im jüngsten Auswärtsspiel in Leipzig (19:27) nach 25 Minuten mit Schulterproblemen passen musste. Die Alternativen im linken Rückraum gingen allmählich aus. A-Junior Carsten Ridder (18) musste in die Bresche springen. Wie sich herausstellte, sollte die Verletzung von Pieczkowski aber keine längerfristige Geschichte sein. "Trotzdem war die zweite Halbzeit in Leipzig natürlich ein Extremfall. Und dafür haben wir uns, angeführt von den Routiniers Philipp Pöter und André Kropp, noch ganz gut aus der Affäre gezogen", findet Dragunski.

Die TuSEM-Philosophie, junge Spieler allmählich an die erste Mannschaft musste also ungeplant kräftig Fahrt aufnehmen. "Die Jungs müssen mehr Verantwortung übernehmen und machen ihre Sache gut. Aber sie sind nun mal keine erfahrenen Zweitligaspieler. Dass da Fehler vorkommen, ist doch ganz normal. Außerdem dürfen wir sie auch nicht überfordern", sagt Dragunski. Der frühere Nationalspieler beklagt sich nicht. "Wir lamentieren nicht. Auch die Spieler sagen in solchen Situationen: Jetzt erst recht."

Und dennoch: Die Vorfreude bei Mark Dragunski auf den Spieltag, an dem er erstmals in dieser Saison seinen kompletten Kader zur Verfügung haben wird, ist extrem groß. Und damit verbindet er zugleich einen Wunsch: "Ich hoffe, dass wir dann mal Ruhe haben werden und längere Zeit von Verletzungen verschont bleiben."