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Auf Aufstiegskurs?

Bietigheim: Trainer Hartmut Mayerhoffer will davon (noch) nichts wissen

Die SG BBM Bietigheim auf Aufstiegskurs? Davon will Trainer Hartmut Mayerhoffer zum jetzigen Zeitpunkt, da die Vorrunde noch gar nicht vorbei ist, nichts wissen. Dabei sind die Bietigheimer unter ihrem neuen Coach durchgestartet, begeistern ihre immer größer werdende Anhängerschar nicht nur mit erfolgreichen Spielen, sondern mit Tempo-Handball aus einer stabilen Deckung heraus. "Es macht derzeit gar keinen Sinn, darüber nachzudenken. Wir haben in diesem Jahr noch vier schwere Spiele, darunter richtige Kracher. Natürlich ist die Saison für uns bislang sensationell verlaufen. Aber das müssen wir Woche für Woche bestätigen. Da haben wir so viel Arbeit, dass wir uns mit anderen Dingen auch intern gar nicht beschäftigen und darüber nachdenken", sagt der Bietigheimer Coach.

Für ihn war es im Sommer ein großer Sprung vom Drittligisten TSV Friedberg, den er gerade zur Meisterschaft geführt hat, zur ambitionierten SG BBM Bietigheim, die sich den Erstliga-Aufstieg für die kommenden drei Jahre vorgenommen hat. "Meine Eindrücke sind nur positiv. Das Umfeld passt, die Zusammenarbeit mit der Mannschaft und allen Beteiligten ist absolut positv", erzählt der 48-Jährige von seinem ersten halben Jahr in neuer Umgebung. Die beiden ersten Plätze in der Liga sieht Mayerhoffer für die TSG Friesenheim und den HC Erlangen reserviert. "Die beiden hatte ich auch schon vor der Saison auf dem Zettel", sieht sich der Bietigheimer Trainer bislang in seinen Einschätzungen bestätigt. "Es kann noch so viel passieren, das Ganze ist so eng in dieser ausgeglichenen Liga. Wir können nur so weitermachen und uns auf unsere Spiele gut vorbereiten", so Mayerhoffer.

Ganz wichtig für ihn ist Nachhaltigkeit: "Unsere Halle und der Etat wären für die Bundesliga ein Problem, wobei ich für den Etat der falsche Ansprechpartner bin. Aber alles muss nachhaltig geplant sein." Damit legt der Trainer voll auf der Linie, die der Verein seit Jahren verfolgt. An oberster Stelle steht für SG-Chef Claus Stöckle und seine Kollegen vom Vorstand eine gesunde wirtschaftliche Basis. Harakiri ist mit den Bietigheimern nicht zu machen. Gerne realisieren würden die Handballer in der Sportstadt Bietigheim-Bissingen für sich eine neue, zwischen 2.500 und 3.000 Zuschauer fassende Ballsporthalle. Noch immer ist die 1956 erbaute und nun in die Jahre gekommene Halle am Viadukt mit ihrem ganz eigenen Charme die Spielstätte des Zweitligisten.


Zu Gast bei den Basketballern

Die von den Stadtwerken errichtete und vor einem Jahr eingeweihte EgeTrans Arena, die Platz für bis zu 4.500 Besucher bietet und die neue Heimat des Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers ist, hat sich als Handball-Arena parallel zum Eishockey-Spielbetrieb nicht bewährt. Zu viele Umbaumaßnahmen müssen vorgenommen werden. Deswegen spielen die Handballer auch erst Anfang Mai in der Arena, wenn das Eis abgetaut ist und die Rundumbande mit den Glasscheiben ausgebaut werden kann. In der MHP Arena in Ludwigsburg, die von den Basketballern MHP Riesen Ludwigsburg als Heimspielstätte benutzt wird, ist die SG BBM ein gern gesehener Gast. Schon zweimal in der laufenden Saison wichen die Bietigheimer dorthin aus und werden in der Nachbarstadt auch beim Kracher am 27. Dezember gegen den TV Bittenfeld dort Gastgeber sein. Mindestens verdoppeln kann die SG BBM dort ihre üblichen Zuschauerzahlen.

An der Notwendigkeit einer neuen Ballsporthalle besteht im Bietigheimer Rathaus kaum ein Zweifel. Allerdings ist die Finanzierbarkeit in der wirtschaftlich gesunden Kommune noch ein Thema. Immerhin müssten dann unter Umständen andere Projekte hinten anstehen. Die Signale, dass es in absehbarer Zeit zu einem Neubau kommt, sind aber zu vernehmen. Mit Geschäftsführer Timo Schön, der auch dem Vorstand der Handball-Bundesliga angehört, und dem für Marketing und Organisation zuständigen Sebastian Spahlinger ist die Geschäftsstelle mit zwei Experten hauptamtlich besetzt, sodass in diesem Bereich die Voraussetzungen für einen Aufstieg durchaus gegeben wären.