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Der größere Wille entscheidet

Matthias Poll hat ein schweres Jahr hinter sich. Nach einer Krankheit, die ihn mehrere Monate außer Gefecht setzte, arbeitete sich der 20-Jährige Stück für Stück an das Niveau der zweiten Liga bei der HSG Nordhorn-Lingen heran. Spätestens am Samstag ist er angekommen: Mit einer starken Leistung und vier wichtigen Toren war der Rechtshänder maßgeblich am knappen, aber verdienten Erfolg beteiligt. Poll etwa war es, der in der 57. Minute nach zwei Bad Schwartauer Treffern in Folge zum wichtigen 27:26 für die Nordhorner traf. Mit diesem Tor läutete er nach zunächst ausgeglichenem Spiel eine dramatische Schlussphase ein, die er selbst nur von der Bank erlebte - denn nach dem erfolgreichen Torwurf knallte der 1,90-m-Mann mit dem Hinterkopf auf den Hallenboden und musste behandelt werden.

Als die Nordhorner nach dem 27:26 sogar noch einmal nachlegen konnten und eine Minute vor Schluss mit zwei Toren vorne lagen, schien die Partie entschieden. Doch erst schaffte Jan Schult weitgehend ungehindert den 27:28-Anschlusstreffer, dann parierte VfL-Torwart Ariel Panzer einen Nordhorner Torwurf glänzend. Und als der starke HSG-Kreisläufer Einar Ingi Hrafnsson den Abpraller an die Latte drosch, hatten die Gäste 30 Sekunden vor Schluss plötzlich die Chance auf den Ausgleich. Das 28. Tor fiel aber nicht - und Knorr machte auch die Schiedsrichter dafür verantwortlich. "Die letzte Minute geht gar nicht. Es gab drei Szenen gegen uns", schimpfte Knorr.