Muss HSV Hannover die Notbremse ziehen? - Der Nord-Zweitligist steckt nach dem Rückzug vom Hauptsponsor in argen Finanznöten - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Muss HSV Hannover die Notbremse ziehen?

Der Nord-Zweitligist steckt nach dem Rückzug vom Hauptsponsor in argen Finanznöten

Der HSV Hannover muss eventuell die Norbremse ziehen. Mit der Unternehmensgruppe TelDaFax kündigte einer der beiden Hauptsponsoren zum Saisonende den Ausstieg an. "Uns geht damit ein Betrag im unteren sechsstelligen Bereich verloren. Ohne einen neuen Hauptsponsor werden wir keine Lizenz für die kommende Saison beantragen können", kündigte Manager Dirk Schroeter an und fügte betroffen hinzu, "dass insgesamt auch die anderen Einnamen durch die vorhandenen Sponsoren aufgrund der wirtschaftlichen Lage rückläufig sind und die Situation somit insgesamt angespannt ist."

Bis zum Ende der laufenden Saison sind der Spielbetrieb und alle finanziellen Verpflichtungen hingegen gesichert. Als Lösungsansatz für die Zukunft dürfte es nicht ausbleiben, dass Spieler mit Gehaltseinbußen einverstanden sein müssen oder dass sich der Verein von Spielern trennen wird. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man zu diesem Zeitpunkt so umfassend über die Zukunft und Schwierigkeiten unterrichtet wird", dankte Mannschaftsführer Claus Karpstein trotz aller Enttäuschung über die offenen Worte der Vereinsführung. "Die jetzige Situation lässt momentan keine anderen Möglichkeiten zu. Wir brauchen neben einem sicheren finanziellen Hintergrund auch viel Verständnis von unseren Spielern und Fans", äußerte sich Geschäftsführer Friedhelm Brandes. Nach dem Aufstieg vor drei Jahren möchte der HSV auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen. "Handball in Hannover ist und soll attraktiv bleiben. Wir möchten unseren Teil dazu beitragen", meinte Brandes, der zusammen mit Manager Schroeter derzeit permanent Gespräche mit Firmen sowie den Spielern führt, um die Wende herbeizuführen. Ob das Projekt realisiert werden kann, entscheidet sich bis spätestens 10. März, denn dann ist Abgabetermin für die Lizenzunterlagen zur Lizenzbeantragung. Sollte der HSV das Geld für die 2. Liga nicht zusammenbekommen, sei noch nicht klar, was das für den Verein bedeute, führte Brandes weiter aus. Laut Spielordnung werden Vereine, die keine Lizenz für die 2. Liga beantragen, nicht in die drittklassige Regionalliga, sondern eine Klasse tiefer in der Oberliga eingeordnet. "Wir prüfen, welche Optionen es dennoch gibt, in der kommenden Saison direkt in der Regionalliga anzutreten", erklärte Schroeter.

"Es wäre wirklich bedauerlich, wenn es aus finanziellen Gründen nicht weitergehen würde. Insbesondere wenn man sieht, was die Mannschaft zu leisten imstande ist", reagierte Trainer Alfred Thienel besorgt und geht davon aus, "dass mindestens die Hälfte des Kaders den Verein verlassen wird, wenn die Suche nach Sponsoren erfolglos bleibt." Thienel und auch sein Mitstreiter Stephan Lux würden in der Oberliga definitiv nicht zur Verfügung stehen. In Hannover wird auch schon über eine Spielgemeinschaft mit dem Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf spekuliert.