VfL Bad Schwartau - Der Zwei-Mal-Zwei-Jahresplan - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
VfL Bad Schwartau

Der Zwei-Mal-Zwei-Jahresplan

Für den VfL Bad Schwartau wird es erneut ein Kraftakt, in der zweiten Bundesliga zu bestehen. Mit einem Mini-Kader (13 Spieler) und einem  Mini-Etat (lediglich 650.000 Euro stehen zur Verfügung) soll laut VfL-Geschäftsführer Christian Fitzek am Saisonende nach gut 3.800 Bus-Kilometern  ein „guter Mittelfeldplatz“  herausspringen.

Hand aufs Herz, Herr Fitzek. Müssen wir Angst um den VfL haben?
Christian Fitzek: Wieso sollten wir Angst haben?

Weil sie vor einem Jahr zu ihrem Amtsantritt ein Finanzloch von 300.000 Euro entdeckten.
Das ist Geschichte. Wir haben eine sensationell gute Saison hinter uns – in allen Belangen. Jetzt schauen wir nach vorn. Wir sind gut aufgestellt, können zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Sind da zur Halbserie wie im Vorjahr Gehaltskürzungen und Ticketpreiserhöhungen zu erwarten?
Das schließe ich aus. Aber nochmals: Wir wollen nach vorn, nicht mehr zurückschauen. Wir sind der alte, aber neue VfL – ein zuverlässiger Partner, ein Team, das einiges vor hat.

Was konkret?
Wir wollen moderner, professioneller werden. Der nächste Schritt ist die Umwandlung des wirtschaftlichen Trägers, der Handball Marketing, in eine GmbH & Co.KG bis zum Jahresende. So haben Förderer eine neue Möglichkeit, sich zu engagieren. Ferner wollen wir verstärkt in die Außenwerbung gehen, uns frischer, frecher zeigen. Wir werden uns auch sozial engagieren, den Lübecker Kinderhospizdienst „Die Muschel“ unterstützen, was mir sehr wichtig ist. Und wir haben auch vor,  für die Fans in der Halle etwas verändern. Wir haben die Pressekonferenz in die Halle verlegt und sie auch auf die Monitore übertragen. Neu ist auch das Einlaufenzeremoniell. Zusätzlich  wollen wir das Catering aufwerten, planen ein Programm in der Halbzeit und Fanaktionen. Kurzum: Wir erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Mit wie viel Zuschauern haben Sie geplant?
Wir waren da mit einem Schnitt von 1.600 sehr defensiv, hoffen aber die 2.000-er Marke oft zu knacken.

Wo liegt der VfL  in punkto Dauerkarten?
Aktuell bei 580, also 80 weniger als im Vorjahr. Damit können wir aber gut leben. Die Karten waren früher inflationär in Sponsorenverträgen versteckt. Außerdem haben wir jetzt reelle Preise, die Tickets haben wieder einen Wert. 140 Euro, wie in der Vergangenheit, waren das nicht.

Wo wollen Sie langfristig mit dem VfL  hin?
Ich habe einen Zwei-Mal- Zwei-Jahresplan. Und der sieht vor, dass wir bis 2015 sportlich und wirtschaftlich in der Lage sind, dauerhaft in der Spitzengruppe mitzuspielen. Das heißt, dass der Etat bis dahin auf mehr als eine Million Euro angehoben werden muss. Nur so ist die Bundesliga in Lübeck langfristig überlebensfähig.

Mit der Hansehalle, wie sie jetzt ist?
Wir haben das Thema Hallenausbau im Hinterkopf. Da denke ich weniger an eine Tribünenerweiterung hinter den  Toren. Was wir dringend brauchen, ist mehr Lagerraum, sind Erweiterungsflächen. Aber das ist insgesamt ein schwieriges Thema, da die Halle in städtischem Besitz ist.