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Leipziger Reaktionen

DHfK gewinnt nach dem Seitle-Rausschmiss das Sachsen-Derby gegen den EHV Aue

SC DHfK Leipzig gegen den EHV Aue: Normalerweise reicht bereits die bloße Erwähnung der Ansetzung, damit Fans und Spieler beider Vereine heiß laufen. Dieses Mal hatten die Leipziger nachgeholfen, indem sie unfreiwillig die Erwartungen vor dem Sachsenderby zusätzlich anheizten - mit einem leidenschaftslosen Auftritt bei der 27:29-Heimniederlage gegen den TV Hüttenberg vier Tage zuvor und mit einem personellen Paukenschlag: Spielmacher Philipp Seitle wurde wegen wiederholter disziplinarischer Verstöße mit sofortiger Wirkung gekündigt, Alen Milosevic und Philipp Weber wegen Disziplinverstößen verwarnt.

Nachdem auch DHfK-Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar öffentlich und sehr deutlich eine Reaktion der Mannschaft gefordert hatte, fruchteten die Maßnahmen: Leipzig gewann dem Kampf um die sächsische Handball-Krone mit 34:31 - ohne Seitle, mit Milosevic (zwei Tore), Weber (4) und der fantastischen Unterstützung der Zuschauer. Entsprechend fühl- und sichtbar war die Erleichterung nach dem Derbysieg. DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther: "Wir erwarten von den Spielern einhundert Prozent professionelle Einstellung. Unsere Bundesliga-Männer haben eine Vorbildwirkung. Wegen ihrer Erfolge ist die Zahl der Handball-Kids in unserer Nachwuchsabteilung von anfangs 75 auf inzwischen 250 gewachsen." Auch deshalb hätte man bei Seitle, Milosevic und Weber so konsequent gehandelt.

"Wir bedauern diesen Schritt sehr, doch Philipp hat trotz mehrmaliger Besserungsgelöbnisse nicht die richtige Einstellung zum Leistungssport gefunden und jetzt ist ein Punkt erreicht, wo wir das einfach nicht länger tolerieren können", so Günther: "Damit ist das Thema jetzt abgehakt und wir konzentrieren uns wieder auf die sportliche Entwicklung. Nur mit Erfolgen können wir Leipzig und die Region für uns begeistern, und da war das Derby gegen Aue eine gute Visitenkarte. Spielerisch muss es wieder besser werden, aber mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfkraft waren top. Nur so geht's!"

Leipzig hat - die ausgeglichene zweite Liga macht's möglich - wieder Anschluss zum oberen Tabellendrittel hergestellt und könnte mit einem Aufstiegsplatz liebäugeln. Karsten Günther hält den Ball aber ganz bewusst flach: "Der Aufstieg ist nicht das Thema. Das wäre auch vermessen. Wir haben uns für diese Saison drei andere Ziele gesteckt: Geschlossenheit, Heimstärke und einen einstelligen Tabellenplatz. Was die ersten beiden Punkte betrifft, war das Derby ein Schritt in die richtige Richtung. Es war beeindruckend, was möglich ist, wenn Mannschaft und Publikum Hand in Hand für den Erfolg kämpfen. Der aktuell gute Tabellenplatz ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Ihn zu halten, ist noch ein hartes Stück Arbeit."

Anders sieht das ab der kommenden Saison aus, dann will der SC DHfK ganz oben angreifen. Günther: "Neue Spieler, neuer Trainer - wir haben viel verändert mit Blick auf dieses große Ziel. Der Entwicklungsprozess ist damit eingeleitet. Doch bis alles optimiert ist und sich eine geschlossene Einheit gebildet hat, ist es ein langer Weg. Das braucht Zeit und ist nur dann erfolgreich, wenn sich alle hundertprozentig damit identifizieren."