Die Neuen machen sich gut - Die Ex-Essener Jan Kulhanek und Hannes Lindt haben großen Anteil am bisherigen Höhenflug der SG BBM Bietigheim - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Die Neuen machen sich gut

Die Ex-Essener Jan Kulhanek und Hannes Lindt haben großen Anteil am bisherigen Höhenflug der SG BBM Bietigheim

Platz vier in der Vorsaison hat bei der SG BBM Bietigheim die Erwartungen im Umfeld für die laufende Spielzeit der zweite Bundesliga in die Höhe getrieben. Nach vier Spieltagen wird ihnen die Mannschaft bislang gerecht. Mit dem Sieg über Tabellenführer TuSEM Essen katapultierten sich die Bietigheimer auf Rang drei und damit einen Aufstiegsplatz.

Obwohl die Mannschaft bis auf wenige Ausnahmen weitgehend zusammengeblieben ist und nur zwei externe Neuzugänge sowie zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs in den engeren Kader gekommen sind, mussten sich alle umstellen. Denn mit Hartmut Mayerhoffer kam ein neuer Trainer mit einer eigenen Philosophie und eigenen Vorstellungen, wie seine neue Mannschaft erfolgreich Handball spielen soll. Die Basis beim Meistertrainer aus der Dritten Liga - Mayerhoffer holte mit dem TSV Friedberg den Titel in der Südstaffel - liegt in der Defensive und schnellem sowie effektiven Angriffsspiel. Mayerhoffer konnte den Bietigheimern recht schnell seine Handschrift verpassen.

Einen großen Teil zum bisher erfolgreichen Abschneiden trugen die beiden Neuen bei: Torhüter Jan Kulhanek und Rückraumspezialist Hannes Lindt, beide vom Bundesliga-Absteiger Essen zur SG BBM gewechselt. Kulhanek erwies sich mit seinen manchmal unorthodoxen Abwehraktionen schnell als sicherer Rückhalt, und Lindt wuchs rasch in die Rolle des Führungsspielers. Er steht seinen Mann in der Defensive, glänzt als umsichtiger Anspieler und vor allem als wurfgewaltiger Torschütze. Dass er sich wohl fühlt, merkt man seinem Spiel an: "Besser hätte es nicht sein können. Ich bin super von der Mannschaft und dem Umfeld aufgenommen worden. Wir haben einen äußerst motivierten Trainer, wie ich es selten erlebt habe", so Lindt. Über den bisherigen Saisonverlauf sagt er: "Was wir schon gut machen: Die Fehler, die wir in einem Spiel begangen haben, bearbeiten wir in der Woche danach und stellen sie ab. Dadurch sind wir in der Abwehr wesentlich besser geworden." Aber die SG mache noch zu viele Fehler im Angriff. Allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass die Umstellung darauf, wie Hartmut Mayerhoffer arbeitet und er sich die SG-Spielweise vorstellt, noch ein paar Monate brauchen werde. "Viele Spieler waren ein anderes System und ein anderes Tempo gewöhnt. Systeme müssen lange eingeschliffen werden, bis sie richtig funktionieren. Wenn wir es schnell schaffen, dorthin zu kommen, werden wir eine gute Rolle spielen", glaubt Lindt.


Youngster setzen erste Duftmarken

Neben den erfahrenen Lindt und Kulhanek haben auch die beiden Youngster in der Zweiten Liga schon ihre Duftmarken gesetzt, vor allem Linkshänder Marco Rentschler als Torschütze. Aber auch Tassilo Heling als Back up von Linksaußen Andre Lohrbach konnte sich bei seinen Einsätzen behaupten. Förmlich "explodiert" ist im Heimspiel gegen Essen Timo Salzer, der nach einer eher durchschnittlichen Saison mit ein paar Ausschlägen nach oben in der neuen Spielzeit die Erwartungen, die man in ihn schon im vergangenen Jahr gesetzt hatte, mehr als erfüllt.

Die Bietigheimer tragen im Saisonverlauf ihre Heimspiele in drei Hallen aus. Neben der 1956 erbauten Sporthalle am Viadukt wird die SG BBM auch in der MHP Arena in Ludwigsburg sowie in der Bietigheimer EgeTrans Arena, der Spielstätte des deutschen Eishockey-Zweitligameisters Bietigheim Steelers, antreten. Die Partie gegen Essen fand in Ludwigsburg statt, weitere Spiele dort werden folgen, insgesamt fünf. Gegen Essen waren über 2800 Besucher da, diese Zahl soll bei den nächsten Auftritten gesteigert werden. In die altehrwürdige Viadukthalle mit ihrem eigenen Charme passen nicht mehr als 1500 Zuschauer. Angedacht war, Ende Dezember ein Spiel in der Eisarena der Steelers auszutragen. Da sich die Umbaumaßnahmen mitten im Eishockey-Spielbetrieb und dazu noch zwischen Weihnachten und Silvester als zu umfangreich gestalten würden, soll jetzt im Mai, wenn die Eishockey-Saison vorbei ist, dort einmal gespielt werden.

Die Bietigheimer Handballer hoffen inständig auf eine rasche Entscheidung der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, um die herbeigesehnte Ballsporthalle zu realisieren. Anders als beim Bau der im Dezember 2012 eingeweihten EgeTrans Arena, die von den Stadtwerken gebaut wurde und betrieben wird, regt sich Widerstand, obwohl die SG BBM sportlich in Vorleistung getreten ist mit Bundesliga-Teams der Frauen und der A-Junioren sowie dem Zweitliga-Team der Herren. Nur unzureichend kann derzeit das mit der Verpflichtung von Trainer Mayerhoffer angedachte Vormittagstraining absolviert werden, da wegen des Schulsports kaum Hallenkapazitäten zur Verfügung stehen - und wenn, dann mit handballspezifisch ungeeigneten Voraussetzungen.