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Ein Muster an Beständigkeit

In den ersten zehn Saisonspielen ist Bobby Schagen seinem Ruf als Torjäger wieder einmal vollauf gerecht geworden. Mit 65 Treffern ist der niederländische Rechtsaußen erneut der treffsicherste Akteur der HSG Nordhorn-Lingen - wie jede Saison, seit er 2010 vom TSV Bayer Dormagen zum Grafschafter Zweitligisten gewechselt ist.

215, 218, 235 und 224 Saisontore - was seine Ausbeute in den vergangenen vier Spielzeiten angeht, ist Schagen ein Muster an Beständigkeit. Dabei zeichnet den 24-Jährigen nicht nur seine Zielstrebigkeit aus, die ihm in der aktuellen Torjägerwertung der 2. Liga Platz zwei hinter Michael Spatz (69) vom TV Großwallstadt einbringt. Was Trainer Heiner Bültmann überdies an seinem Goalgetter schätzt, ist dessen hohes Maß an Spielfreude und -intelligenz. Außerdem ist der niederländische Nationalspieler keineswegs nur auf seine eigene Torausbeute fixiert. Er glänzt auch als Vorbereiter, zum Beispiel wenn er einen Kollegen per Kempa-Pass in Szene setzen kann.

Seinen Torhunger stillt Schagen auch in der niederländischen Nationalmannschaft. Der Rechtsaußen war vergangene Woche zum Auftakt der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 der erfolgreichste Werfer seiner Landesauswahl. Allerdings konnten auch sechs Tore des Linkshänders die deutliche Niederlage der Oranjes in Kroatien kaum abmildern. Mit 24:35 (10:17) unterlagen sie den Gastgebern in Koprivnica. Außer Schagen trafen auch alle übrigen HSG-Akteure: Patrick Miedema war vier Mal erfolgreich, Nicky Verjans und Toon Leenders trafen jeweils zwei Mal.

Dass das niederländische Quartett die komplette Woche fehlte, machte es Bültmann ein wenig schwerer, sein Team auf das Spitzenspiel am Mittwoch in Lingen gegen den SC DHfK Leipzig vorzubereiten. Der gastgebende Tabellenfünfte (15:5 Punkte) will den Abstand zum Spitzenreiter (18:2) unbedingt verkürzen. In der vergangenen Saison war die Bilanz der Niedersachsen gegen die Sachsen mit 3:1 Punkten positiv. "Leipzig ist eine der ambitioniertesten Mannschaften der Liga und hat mit 18:2 Punkten ihre Ansprüche super bestätigt", sagt Bültmann.

Dennoch ist der HSG-Coach zuversichtlich: "Ich denke, da geht was", sagt er. Positiv stimmt ihn auch, dass Abwehrchef Frank Schumann die zweieinhalbwöchige Punktspielpause nutzen konnte, um seiner lädierten Achillessehne etwas Schonung zu gewähren. Zudem hoffen sie bei der HSG auf die Unterstützung der Fans. In der Emsland-Arena werden morgen wieder um die 3000 Zuschauer erwartet, die Kapitän Verjans und Co. zum Sieg peitschen wollen - und dabei wieder auf jede Menge Schagen-Tore hoffen.