"Ich will mehr Tempo im Spiel" - Exklusives Interview mit Schwerins neuem Trainer Dirk Beuchler - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
"Ich will mehr Tempo im Spiel"

Exklusives Interview mit Schwerins neuem Trainer Dirk Beuchler

Seit sechs Wochen ist der ehemalige Weltklasse-Kreisläufer Dirk Beuchler Trainer des Nord-Zweitligisten Post Schwerin. Er löste Norbert Henke ab, der in den vergangenen vier Spielzeiten die Doppelfunktion als Trainer und Geschäftsführer bei den Mecklenburgern inne hatte. Henke, der einst den Stralsunder HV von der Bezirksliga bis in die Bundesliga geführt hatte, ist "nur" noch Geschäftsführer. Im Interview mit HW-Mitarbeiter Falko Pekram sprach der 38-Jährige über die neue Saison und die Zukunft. > Herr Beuchler, sind Sie in Mecklenburg bereits angekommen? Dirk Beuchler: "Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv, ich musste die Mannschaft und alles andere im Verein erst einmal kennen lernen. Und in der ersten Phase der Saisonvorbereitung hat man sowieso wenig Zeit für andere Dinge. Das kommt, wenn die Saison läuft." > Von einem internationalen Topclub zum Tabellenzehnten der zweiten Bundesliga - wie hoch ist da die Fallhöhe? "Ach, die ist gar nicht so groß, weil ich hier eine ganz neue Aufgabe habe. Es ist in Schwerin meine erste Stelle als Cheftrainer bei einer profihaften Mannschaft. Wie man als Spieler klein anfängt, so gilt dies auch für den Trainer. Ich muss mich hocharbeiten und bin sehr froh darüber, als Neuling den Job bei einem Traditionsverein bekommen zu haben. Zumal, wenn man acht Jahre aus Deutschland raus ist..."

> Nicht wenige sagen, der Beuchler sieht Post Schwerin nur als Sprungbrett an! "Klar, mein Ziel ist es, irgendwann mal in der ersten Liga als Trainer zu arbeiten. Aber das ist jetzt gar kein Thema. Ich habe für zwei Jahre beim SV Post unterschrieben und mein Ziel hier ist ganz klar der Aufstieg in die eingleisige zweite Liga." > Die Abschlusstabellen der Vorsaison zu Grunde gelegt, hätte mit Eisenach lediglich ein Verein aus den neuen Bundesländern die direkte Fahrkarte in die eingleisige Liga gebucht. Wie groß ist da der Druck, damit Schwerin das erklärte Klassenziel schafft? " Der Verein ist jetzt schuldenfrei, holt sich einen neuen Trainer sowie neue Spieler. Da weiß ich, dass ich unter Druck stehe." > Wie sieht Ihre Handball-Philosophie aus? "Ich will mehr Tempo ins Spiel bringen, mit schneller Mitte, erster und zweiter Welle. Das gilt auch für den normalen Positionsangriff. Das ist für mich das größte Manko des bisherigen Post-Spiels, was ich per Video so sah. Dagegen stand die Abwehr sehr gut - und das soll sich auch nicht ändern. Ich möchte da allerdings neben der praktizierten 6:0-Abwehr auch eine 5:1-Variante spielen lassen. Bis alles perfekt funktioniert, die neuen Spielmethoden greifen, wird es aber sicherlich noch einige Zeit brauchen." > Sie haben keinen Co-Trainer, wie klappt das? "Bis jetzt kann ich nicht klagen. Ich konnte so sämtliche athletische Übungen selbst kontrollieren. Mit dem Verlauf der Vorbereitung bin ich sehr zufrieden, die Mannschaft ist konditionell hundertprozentig fit." > Sie kennen die Nord-Staffel nicht. Dennoch muss es ja ein Saisonziel geben. Im Vorjahr war Post Zehnter... "Einstelliger Tabellenplatz! Das große Ziel ist aber eine bessere Auswärtsbilanz, nur drei Siege wie in der abgelaufenen Spielzeit - das geht überhaupt nicht. Wenn wir die Heimbilanz halten, dann sollte es zwei bis vier Plätze nach oben gehen. Ganz wichtig wird unser Start in Altenholz, beim HSV Hannover und in Bernburg sein. Durch den Umbau der Halle haben wir das erste Heimspiel erst am fünften Spieltag gegen Wilhelmshaven. Der Spielplan will es so: In den ersten zwölf Partien müssen wir acht Mal reisen." > Im Kader gibt es mit Torwart Igor Levshin und dem schwedischen Kreisläufer Erik Axelsson zwei erfahrene Neuzugänge. Reicht das aus? "Für die Saison muss es aus finanziellen Gründen reichen, in der darauf folgenden Spielzeit werden wir uns sicherlich noch verstärken müssen. Im 17er-Kader sind acht junge Akteure mit Doppelspielrecht für den Regionalliga-Aufsteiger Post I, das ist eine relativ gute Mischung. Levshin ist sehr wichtig für uns, er hat eine hohe Ausstrahlung. Und auch mit Axelsson bin ich sehr zufrieden. Wie die meisten Skandinavier ist er physisch und läuferisch sehr stark. Das wichtigste der kommenden Monate ist allerdings, dass wir erfolgreichen Handball spielen und die Leute sagen: Wir gehen wieder zum Handball! "

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