Höhenflug der Eulen dauert weiter an - Friesenheim: Die Rothemden holen 17:1 Punkte aus den letzten neun Spielen - Mamut-Programm im Dezember - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Höhenflug der Eulen dauert weiter an

Friesenheim: Die Rothemden holen 17:1 Punkte aus den letzten neun Spielen - Mamut-Programm im Dezember

Auch wenn viele Experten vor Beginn der Saison die TSG Ludwigshafen-Friesenheim nicht zum Kreis der Favoriten um einen der drei Aufstiegsplätze zur Bundesliga hatten, befindet sich die Mannschaft von Trainer Thomas König weiter im Höhenflug. 17:1 Punkten holten die Rothemden in den letzten neun Spielen und stehen sogar nach Verlustpunkten diesmal an der Spitze der zweiten Liga. Die "Stunden der Wahrheit" stehen aber noch bevor: Im Monat Dezember müssen die Eulen gleich sieben Mal ran und wollen dabei ihre aktuelle Erfolgsbilanz fortsetzen.

Die Euphorie in der Chemiestadt hält sich dementsprechend (noch) in Grenzen, da gerade erst 11 von 38 Spielen absolviert sind. Dazu haderten die Pfälzer in den letzten drei Spielzeiten mit einem Verletzungspech wie kaum ein anderer Zweitligist. Nicht anders ist es auch derzeit, wo Kreisläufer Christian Klimek (Lungenentzündung), Marco Hauk (Fingerbruch) und Max Kraushaar (Knieprobleme) nicht zur Verfügung stehen. Und in der Partie am vergangenen Samstag gegen Eintracht Hildesheim musste Linkshänder Felix Kossler (Muskelfaserriss) vorzeitig vom Spielfeld. Dennoch ist die Mannschaft gegenüber den Vorjahren weiter gefestigt. Die beiden Neuverpflichtungen Gunnar Dietrich (TBV Lemgo) und Stefan Lex (TV Hüttenberg) gelten im Rückraum als Korsettstangen, die das Niveau der Mannschaft an der Seite von Spielmacher Andrej Kogut nochmals gesteigert haben. Gerade die Rückkehr von Gunnar Dietrich hat die Abwehr weiter stabilisiert. Dazu gilt der 27 Jahre alte Rechtshänder als Führungskraft, der auch im Angriff das Auge für den Wurf zum richtigen Zeitpunkt hat.

Wie wertvoll der Ex-Junioren-Europameister für den Zweitligisten ist, zeigen die letzten Wochen. Seit er wieder auf der Platte ist, hat die TSG noch kein Spiel verloren. In den ersten beiden Liga-Spielen in Essen und in Rostock fehlte Dietrich wegen eines Nasenbeinbruchs. "Es läuft sehr gut, ich bin super zufrieden. Aber bei allem Lob für mich - ich sehe den Teamgedanken bei uns im Vordergrund", meint der Student.

Mit Kevin Klier, Philipp Grimm, Andrej Kogut und Marco Hauk kann Trainer Thomas König gleich auf fünf etablierte Kräfte zurückgreifen, die schon den Aufstieg mit der TSG ins Oberhaus mitgemacht haben und in den letzten drei Jahren weiter gereift sind. Dazu kommt, dass Akteure wie Christian Klimek und Erik Schmidt sich weiterentwickelt haben und die jungen Spielern wie Jan Claussen und die beiden Ex-A-Jugendlichen Christopher Klee und Niklas Schwenzer zusätzliche Spielpraxis in der dritten Liga beim TV Hochdorf erhalten. Und mit Jugendnationalspieler Dominik Claus (17) steht erstmals ein Spieler im Bundesligakader, der noch altersbedingt dem ersten A-Jugendjahr angehört und auch in der A-Jugend-Bundesliga zusätzlich im Einsatz ist.

Das Gesamtpaket passt. "Jeder kennt seinen Platz im Team und bringt dementsprechend seine individuellen Fähigkeiten ein. Einzelgänger gibt es nicht und jeder kämpft für den Nebenmann. Ich denke, dass wir momentan auf dem Weg sind, eine ähnliche Truppe zu werden wie vor vier Jahren. Der Ausgang dürfte vielen noch bekannt sein", meinte Kapitän Philipp Grimm augenzwinkernd. "Wir schätzen die aktuelle Situation sehr gut ein. Wir sind im Soll", ergänzte der Top-Torjäger auf der linken Außenbahn. Und Kevin Klier sieht die Mannschaft noch nicht am Optimum. Der Steuerberater, der so manchem Torjäger mit seinen Paraden den letzten Nerv raubt, hat auch eine wiedergewonnene Lockerheit und Harmonie im Team ausgemacht. "Wir sind zur Zeit in einem Flow, jeder hat Spaß am Handball und die Mannschaft hat Lust auf mehr", meinte Klier.