Bis 2020 wieder im Mittelfeld der ersten Liga etablieren - Großwallstadt: Langfristige Pläne beim Altmeister - Werben um die Jugend als Teil des Zukunftkonzeptes - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Bis 2020 wieder im Mittelfeld der ersten Liga etablieren

Großwallstadt: Langfristige Pläne beim Altmeister - Werben um die Jugend als Teil des Zukunftkonzeptes

Das Ziel ist eindeutig formuliert. "Wir wollen wieder in die erste Liga und das so schnell wie möglich", sagt Andreas Klein, Geschäftsführer des TV Großwallstadt. Noch wichtiger als der Zeitpunkt des Aufstiegs aber ist die strategische Ausrichtung. "Wenn wir aufsteigen, müssen wir so aufgestellt sein, dass wir dann auch das Potenzial haben, um die Klasse auch halten zu können", sagt er. Spätestens im Jahr 2020 will der TVG wieder im "gesicherten Feld" der Bundesliga sein. Wenn es geht natürlich früher, so schnell wie möglich eben. Und deshalb ist Platz fünf auch das Minimalziel für die neue Saison, den Aufstieg haben sie dabei im Hinterkopf.

Das erste Jahr in der zweiten Liga nach dem Abstieg 2013 wurde zur Konsolidierung auf allen Ebenen genutzt, im zweiten Jahr wollen die Großwallstädter nun wieder angreifen. "Wir haben den Kader verstärkt", glaubt Klein, "wir haben mehr Qualität und mehr Alternativen im Rückraum und wir haben einen starken Mittelblock für die Abwehr gebaut." Den Verlust von Kapitän und Abwehrchef Sverre Jakobsson glaubt Trainer Maik Handschke vor allem mit dem erfahrenen Pavel Prokopec aus Leipzig kompensieren zu können. Prokopec wird übrigens, quasi nebenher, auch die zweite Mannschaft des Clubs in der Bezirksligaoberliga trainieren.

Auch diese Maßnahme dient dem Ziel, den Club auf allen Ebenen wieder näher zusammenzuführen, was im Besonderen für die engere Verzahnung mit der Nachwuchsakademie gilt. Da ist schon ein hoffnungsvoller Anfang gemacht. Mit Kris Jost, Andi Wiesner und Antonio Metzner rücken drei Jugendliche in dieser Saison in den Bundesligakader auf. Die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit sind sowieso gegeben, sowohl die A-Jugend als auch die B-Jugend der TVG-Akademie haben auch in der letzten Saison wieder eine gute Rolle in den Junioren-Bundesligen gespielt. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass unser Kader in einigen Jahren zu fünfzig Prozent aus Eigengewächsen besteht", sagt Klein.

Das Bekenntnis zur Jugend ist für einen Club wie den TVG nur konsequent. Zum einen aus wirtschaftlichen Erwägungen, denn große finanzielle Sprünge können die Großwallstädter auf absehbare Zeit sicher nicht machen. Zum anderen für eine stärkere Identifikation der handballbegeisterten Region mit dem Traditionsverein. Denn der TVG muss auch Zuschauer wieder zurückgewinnen, Mit dem Abstieg wurde der Zuspruch quasi von 3.000 pro Spiel auf 1.500 halbiert. Jetzt sollen vor allem wieder mehr Kinder und Jugendliche angezogen werden. In diesem Bereich setzt der TVG auf Freikarten, will so eine frühe Kundenbindung einleiten. Hinter dem einen Tor in der Aschaffenburger Halle wird ein kostenloser Block für Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr eingerichtet.

Das alles aber können und sollen nur begleitende Maßnahmen sein. Im Vordergrund stehen gute Leistungen und der Erfolg. Die Konkurrenz im Aufstiegskampf der Zweiten Liga wird groß sein. Mit Bundesliga-Absteiger ThSV Eisenach rechnet Klein, mit Leipzig, mit Bittenfeld und einigen anderen. Dass Balingen nun im Oberhaus bleibt, wurde bei aller Kritik an den Entscheidungen rund um den HSV Hamburg, mit Freude aufgenommen. "Ein Konkurrent weniger", sagt Klein.