Zwei Topteams der Zweiten Liga Nord fusionieren - Hamm und Ahlen - Rivalen werden Partner - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Zwei Topteams der Zweiten Liga Nord fusionieren

Hamm und Ahlen - Rivalen werden Partner

Einst Rivalen, künftig Partner. Nach wochenlangem Flirt haben die Nord-Zweitligisten ASV Hamm und Ahlener SG eine ungewöhnliche Ehe geschlossen. Einmütig beschlossen die Mitglieder der benachbarten Topvereine, eine Spielgemeinschaft auf höchster Leistungsebene ins Leben zu rufen. Von der kommenden Saison an wollen die ehemaligen Lokalkonkurrenten unter dem Namen HSG Ahlen-Hamm in ihrer Region noch mehr Euphorie für ihren Sport entfachen - wenn möglich als feste Größe in der Bundesliga.

Mit viel Herzblut warb Hamms Manager Franz Dressel für das Projekt: "Es mag abgedroschen klingen. Aber ich glaube, dass sich bei uns ein modernes Handball-Märchen entwickelt." Das sportliche Fundament erscheint tragfähig. Schließlich machen nicht zwei Leicht-, sondern zwei Schwergewichte der Nordstaffel gemeinsame Sache. Hamm führt die Tabelle nach zwölf Spieltagen mit nur einem Verlustpunkt an, Ahlen rangiert mit sechs Zählern Rückstand auf Rang drei.

"Keine Alternative"

Diese sportliche Substanz erhöht nach Einschätzung von ASV-Trainer Kay Rothenpieler die Chance auf eine Erfolgsstory: "Jeder Club könnte für sich allein kurzzeitig in der Bundesliga mitmischen, nicht aber auf Dauer. Deshalb gibt es keine Alternative zur Spielgemeinschaft", befand der künftige HSG-Sportdirektor. Als Spielstätte ist die 2-800 Zuschauer fassende Maxipark- Arena in Hamm vorgesehen. Der unterschiedliche Unterbau beider Vereine mit Herren-, Damen und Jugendteams bleibt bestehen. "Die HSG ist lediglich eine Sportgemeinschaft mit einem wirtschaftlichen Träger. Allerdings werden beide Vereine die Lizenz für die kommende Saison beantragen", erläuterte Rothenpieler.

Den Aufstieg vorausgesetzt kämpft die erste Mannschaft der neuen Spielgemeinschaft in der kommenden Saison um Bundesliga-Punkte. Die Reserve verbleibt zumindest bis zur Einführung der eingleisigen Zweiten Liga (2011/12) im Unterhaus und spielt in Ahlen. Danach soll sie in der 3. Liga als Ausbildungsteam für Jungtalente dienen.

Keine Absprachen

Mit Argwohn reagiert die Ligakonkurrenz auf das Vorhaben. Gut eine Woche vor dem direkten Duell der künftigen Partner in Hamm (4. Dezember) befürchten sie wettbewerbsverzerrende Absprachen. Um die gemeinsamen Ziele nicht zu gefährden - so heißt es - könnten sich Ahlen und Hamm vorher auf einen Sieger einigen. ASG-Coach Jens Pfänder, dem der Posten als zukünftiger HSG-Cheftrainer zugedacht ist, äußerte Verständnis für die Bedenken. Er bestritt aber etwaige Pläne: "Der Sieger im direkten Duell wird in einem sportlich fairen Wettkampf ermittelt."

Zur wirtschaftlichen Absicherung des mutigen Vorhabens setzt Dressel auf die bisherige Struktur mit vielen Geschäftspartnern. Erste positive Signale der bisherigen Geldgeber schüren den Optimismus. Der ASV-Manager hofft auf die Erschließung weiterer Finanzquellen: "In Ahlen und Hamm ist es chic, beim Handball dabei zu sein - auch für Sponsoren."