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In Hamm zählt nur der Aufstieg

Der Ausfall ist Grund genug für Dressel, seine Erwartungen an die Mannschaft zu relativieren. Das Unternehmen Aufstieg verliert er dabei dennoch nicht aus den Augen. "Das Saisonziel muss das gleiche bleiben", sagt Dressel. "Jetzt wird es natürlich ungleich schwerer, es zu erreichen. Aber wir haben immer noch eine tolle Mannschaft." Eine, die in der Vorserie erst kurz vor Saisonschluss durch den späteren Aufsteiger aus Burgdorf von Relegationsplatz zwei verdrängt worden war und damit den möglichen Aufstieg verspielte. Und eine, die zur neuen Spielzeit gezielt verstärkt worden ist. Zwar haben der dauerverletzte Spielmacher und Routinier Petr Hazl (nach nur einem Jahr), Torhüter Jan Kulhanek (schon Mitte der Saison) und Linkshänder Vaidas Dilkas den Verein verlassen, doch wurden mit Andreas Simon (GWD Minden) und Linkshänder Rasmus Søby zwei Hochkaräter verpflichtet. Der 24-jährige Søby wurde in seiner ersten Saison im vergangenen Jahr für die HSG Varel gleich bester Feldtorschütze der 2. Liga Nord, bekam zum Lohn bereits eine Einladung zu Lehrgängen der dänischen Nationalmannschaft.

Der 25-jährige Simon erhielt seinen ersten Bundesliga-Vertrag in Minden im Jahr 2002, war stets eine feste Größe auf Linksaußen. "Jetzt sind wir auf allen Positionen doppelt stark besetzt", ist Rothenpieler mit seinem Kader sehr zufrieden. "Dadurch können wir künftig reagieren, wenn einer Mal einen schlechten Tag erwischt." Oder schlicht eine Verschnaufpause braucht.

Spieler wie der Mazedonier Vlatko Mitkov oder Linksaußen Thomas Rycharski mussten zuletzt mangels gleichwertiger Alternativen fast immer durchspielen. Jetzt haben sie Entlastung und belebende Konkurrenz zugleich auf ihren Positionen erhalten. "Zudem standen uns in der vergangenen Saison Spieler wie Kapitän Frank Schumann, Dirk Hartmann und Mario Clößner lange verletzungsbedingt nicht zur Verfügung", sieht Dressel auch beim etablierten Personal noch Steigerungsmöglichkeiten. "Ich denke daher, dass wir auch spielerisch noch um einiges stärker sein werden."

Und selbst aus der Hock-Verletzung zieht der Manager, der die größte Konkurrenz im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg im TV Emsdetten und der Ahlener SG sieht, noch Hoffnung: "Vielleicht kitzelt diese prekäre Situation bei dem einen oder anderen Spieler noch ein wenig mehr an Leistung heraus", sagt er. "Abschreiben darf man uns jedenfalls nicht."