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Kampf an allen Fronten

Der TV Großwallstadt muss weiter an allen Fronten kämpfen. Sportlich wie wirtschaftlich geht es nur ganz, ganz langsam voran. Natürlich sind die Zuschauerzahlen nach dem Abstieg aus der ersten Liga zurück gegangen, bislang sind meist nur etwas mehr 1.500 in die Aschaffenburger Halle gekommen. Dem über Jahrzehnte verwöhnten Publikum fällt es schwer, die zweite Klasse anzunehmen. "Die Vereinsnamen der Gegner sind nicht wirklich bekannt", sagt Geschäftsführer Andreas Klein. Die Gegner ziehen in Großwallstadt keine Zuschauer an. "Wir müssen also selbst so attraktiv spielen, dass die Leute wieder kommen", so Klein.

Die ersten Schritte dazu sind getan. Unter dem neuen Trainer Maik Handschke wurden sechs Heimspiele in Folge gewonnen. Auswärts aber hat der TVG auch unter Handschke viermal hintereinander verloren, einige Male unglücklich wie in Hildesheim oder zuletzt in Neuhausen. Mehr als das Minimalziel, den Anschluss ans Mittelfeld zu halten, ist also aktuell nicht drin. Handschke ist auch alles andere als zufrieden. Immer wieder muss er "Charakter- und Mentalitätsprobleme" bei einigen seiner Spieler feststellen. Zu oft verlieren die TVG-Akteure nach guten Ansätzen zu Beginn der Spiele zu schnell die taktische Linie. Er verlange von seinen Spielern grundsätzlich mehr Ernsthaftigkeit und mehr taktische Disziplin, fordert Handschke.

In der Vorbereitung auf die Rückrunde will er dann weitere Dinge im täglichen Ablauf verändern, darunter auch die Arbeit mit den beiden Torhütern Milos Putera und Mathias Lenz. "Wir werden das Torwarttraining total umstellen" , kündigte er an, "die Jungs haben sich Dinge angewöhnt, die nicht richtig sind." Das gilt natürlich auch für die Feldspieler und hat ziemlich sicher etwas mit den unterschiedlichen Philosophien der Trainer zu tun, die beim TVG in dieser Saison gearbeitet haben. Handschkes Vorgänger Khalid Khan musste wegen einer Erkrankung seinen Vertrag auflösen. Er hatte einen eher theoretischen Ansatz bei taktischen und spielerischen Trainingsinhalten als der Praktiker Handschke. Mit dem Neuen geht es nun langsam aber sicher aufwärts. "Maik ist genau der richtige Mann", sagt Geschäftsführer Klein, "wir hatten auch Khalid sorgfältig ausgewählt, aber es hat trotzdem nicht gepasst." Und so sind sie beim TVG auch nach fast der Hälfte der Saison immer noch in einer Findungsphase.