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HSG Nordhorn-Lingen

Mickal in der Warteschleife

Er hat sich in der Vorbereitung mit seinen Teamkameraden auf dem Tennisplatz duelliert, ist mit seinen Kollegen im Kanu auf dem Grenzflüsschen Vechte baden gegangen, hat jede Menge Schweiß in den Trainingseinheiten der HSG Nordhorn-Lingen verloren und lief in den Testspielen für seinen langjährigen Club auf – eine Regelung für die neue Saison haben der noch vertragslose Pavel Mickal und der Zweitligist unmittelbar vor dem Pflichtspielstart  aber noch nicht gefunden. „Wir haben miteinander geredet, aber ich habe weiterhin kein Angebot vorliegen. Ich kann über nichts entscheiden“, sagte er nach dem jüngsten Testspiel der Nordhorner gegen den Erstligisten TuS N-Lübbecke (30:36). Und der Tscheche gibt unumwunden zu, dass ihn die derzeit ungewisse Zukunft sehr belastet.

Klar ist: Der 29-Jährige, der 2005 aus dem tschechischen Zubri zum damaligen Erstligisten gestoßen ist und mit Freundin Conny und dem neun Monate alten Sohn Luis in der Grafschaft Bentheim längst heimisch geworden ist, würde gerne bleiben. „Ich möchte Handball auf hohem Niveau spielen, das geht in Nordhorn“, sagt er. Und auch HSG-Trainer Heiner Bültmann wiederholt regelmäßig, wie viel er von seinem schnellen Linksaußen hält.
„Natürlich fänd’ ich es klasse, wenn Pavel weiter für uns spielt. Es gibt aber keinen neuen Stand“, betont er. Das Problem liegt in den wirtschaftlichen Voraussetzungen des Vereins: Die HSG hat sich längst vom Profitum verabschiedet, auch Pavel Mickal hat zuletzt schon neben dem Handball als Fahrer für die Bad Bentheimer Kurklinik gearbeitet. Doch für die neue Saison konnten sich beiden Seiten bislang nicht auf einen neuen Vertrag verständigen.
Pavel Mickal hat in den vergangenen Wochen die komplette Vorbereitung bei der HSG Nordhorn-Lingen mitgemacht, posiert auf dem neuesten Mannschaftsfoto und trug am vergangenen Donnerstag gegen Lübbecke ein neues Trikot mit seiner angestammten Rückennummer neun. In den Testspielen teilte er sich zumeist die Einsatzzeiten auf der linken Außenbahn mit dem jungen Niederländer Patrick Miedema. Gegen den Erstligisten aus Ostwestfalen wies der langjährige tschechische Nationalspieler in der ersten Halbzeit seine Qualitäten nach, wirkte fit und gedankenschnell und schloss zwei Tempogegenstöße sicher ab. „Ich will zeigen, dass man mich gut gebrauchen kann“, sagte er nach einer guten Vorstellung.

Es ist aber kein Geheimnis, dass er sich nach Alternativen umgeschaut hat und weiter sucht. Zwei Vereine hatten konkretes Interesse signalisiert, ein Club allerdings hat sich für einen anderen Linksaußen entschieden, während beim zweiten Interessenten der Transfer aus wirtschaftlichen Gründen scheiterte. Und so hofft der Familienvater weiter, dass es bei der HSG zur Vertragsverlängerung kommt. Im heutigen DHB-Pokalspiel gegen die Füchse Berlin II könnte Mickal allerdings auch ohne Vertrag dabei sein; es reicht laut Trainer Bültmann eine Spielberechtigung des Verbandes.