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Euphorie im Emsland

Nordhorn

Insolvenzen, Lizenz- und Aufstiegsverzicht - die eingleisige zweite Bundesliga hat auch im dritten Jahr ihres Bestehens mit handfesten Problemen zu kämpfen. Da ist man bei der Handball-Bundesliga (HBL) froh über jede positive Entwicklung. Und deswegen wollte sich HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann persönlich einen Eindruck verschaffen von der neuen Euphorie rund um die HSG Nordhorn-Lingen. Nachdem Armin Unke und Marc Linkert aus dem Business-Team ihm kürzlich von der Begeisterung und dem guten Zuspruch bei den Spielen in Lingen vorgeschwärmt hatten, nahm Bohmann die Einladung in die Emsland-Arena zum Spiel gegen den VfL Bad Schwartau gerne wahr - und war nicht nur vom Geschehen auf dem Feld begeistert, das die HSG mit 23:22 für sich entschied.

Für das Drumherum in der mit 3.100 Zuschauern wieder hervorragend besuchten Arena gab es uneingeschränkten Beifall vom HBL-Boss: "Der Organisationsrahmen ist wirklich erstligareif - super, in allen Belangen." Und da es auch sportlich bei der HSG prächtig läuft und sich die Mannschaft von Trainer Bültmann als Vierter in unmittelbarer Nähe der Aufstiegsränge eingerichtet hat, empfiehlt Bohmann: "Die HSG sollte versuchen, wieder in die erste Liga zu kommen."

Doch dazu gehört natürlich mehr als sportlicher Erfolg. Denn ohne einen gewissen Finanzrahmen kann der Aufstieg zu einem Abenteuer mit unabsehbaren Folgen werden. Die Aufsteiger der vergangenen Jahre kehrten meist umgehend in die zweite Liga zurück und taten sich dann auch da schwer, wieder Fuß zu fassen. Dennoch versicherte Trainer Bültmann erst jüngst vor Sponsoren: "Der Aufstieg ist ein Traum von uns allen."

Und an der Verwirklichung wird auch abseits des Handballfeldes intensiv gearbeitet. Und seit die HSG im Dezember erstmals in Lingen gespielt hat, scheint die Arbeit von Marketinggesellschaft und Business-Team Früchte zu tragen. Das Lizenzierungsverfahren macht den Verantwortlichen in diesem Jahr keine Sorgen. Wie Unke versicherte, sind die Unterlagen vollständig und fristgerecht in Dortmund bei der HBL abgegeben worden; Nils Meyer, der sich neben seiner Tätigkeit als Spielmacher im Business-Team engagiert, gab sie persönlich in der HBL-Zentrale ab. Und die HSG erfährt mit ihrem Projekt "zwei Städte, ein Team" nicht nur bei den Zuschauern immer mehr Rückhalt, sondern auch bei den Geldgebern, sodass der Etat für die kommende Spielzeit um zehn Prozent gesteigert werden konnte. "Die Nordhorner Sponsoren halten uns die Treue und in Lingen tut sich was", sagt Unke.

Stefan Epping, der als Veranstaltungsmanager der Arena zu jenen gehört, die die HSG unterstützen, kann es manchmal gar nicht fassen, welche Ausmaße die Begeisterung angenommen hat. Nicht nur, dass bei allen drei HSG-Spielen in Lingen jeweils mehr als 3.000 Zuschauer kamen; auch das Test-Länderspiel zwischen Deutschland und Ungarn am 5. April in Lingen ist fast ausverkauft.