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Pabst bleibt vom Pech verfolgt

Selbst der schönste Sommer kann da nicht viel helfen: Während sich seine Mannschaftskollegen in der Schlussphase der Vorbereitung für die neue Saison befinden, muss sich Bittenfelds Kreisläufer  Leon Pabst mit seinem dritten Kreuzbandriss in Folge herum schinden. Er nimmt es mit drastischer Gelassenheit, obwohl damit alle Planungen für diese Saison perdu sind.  „Ändern lässt sich eh nichts, alles andere lasse ich auf mich zukommen“, so der hoch talentierte Kreisläufer mit Galgenhumor. Als 19-Jähriger  kam er 2011 von der NSU Neckarsulm mit großen Hoffnungen zum TVB, es reichte seitdem nur zu zwölf Bundesliga-Einsätzen und fünf Toren.


Als er in der Saison 2011/12 begann so richtig Fuß zu fassen, schlug der Verletzungsteufel zum ersten Mal zu. Was folgte war die erste Operation. Eine Saison später, Belastungsproben und Test-Spiele machten hoffnungsfroh, riss das Kreuzband im operierten Kniegelenk erneut – und wieder waren   die Kreuzbänder und Saison kaputt.  So wie jetzt im Juni, nun aber ist es das andere Bein. Den Titel „Pechvogel des Jahres“ hat er sich beim TVB schon jetzt verdient.   Die Vorbereitung auf die neue Saison hat die Zielgerade erreicht. Chefcoach Jürgen Schweikardt ist nicht ganz zufrieden wegen aktueller Verletzungen bei Testspielen. Linksaußen Martin Kienzle, Kreisläufer Dennis Szczesny und Rechtsaußen  Peter Jungwirth haben Blessuren, die einen Einsatz zum Saisonstart fraglich machen.

Jedoch überwiegt die Zuversicht. „Die Vorbereitung  verlief gut, wir sind stabiler geworden. Alle Spieler waren engagiert und konzentriert bei der Sache“ und, mit Blick auf Pokal bei TS Bendorf und Pflicht-spielsaison „es kann losgehen, wir brennen.“ In der Schlussphase der Vorbereitung sind die Schwerpunkte auf Details im taktischen Ablauf und in der Abwehrarbeit gelegt. Nicht mehr dabei ist Keeper Felix Schmidl. Als dritter Torwart bekam er trotz seines Talents und guter Leistungen kein Vertragsangebot nachdem mit dem Duo Jürgen Müller/Daniel Sdunek die Torwartfrage geklärt war.  Selbstbewusst und kurz entschlossen wechselt er zum Erstliga-Club Cangas nach Spanien, wo er zugleich seine berufliche Karriere als Umweltingenieur starten kann.


Überzeugende Auftritte hatten die „Wild Boys“ in der Vorbereitung vor allem beim Kempa-Cup im Sindelfinger Glaspalast: Mit starken Leistungen spielte sich der  TVB ins kleine Finale. Zwar verlor der TVB gegen den SC Magdeburg mit 29:31. Aber  Balingen/Weilstetten  wurde mit 27:23 in die Knie gezwungen und auch der slowakische Meister und Champions-League-Sieger von 2004 RK Celje scheiterte mit 25:27 an der mannschaftlichen Geschlossenheit des Schweikardt-Teams, in dem Lars Friedrich mit elf und Peter Jungwirth mit sieben Toren überragten. Im Spiel um den dritten Platz  unterlag der TVB den Rhein-Neckar Löwen nach einer 12:11-Halbzeit-Führung noch mit 18:25, wobei Michael Schweikardt und Lars Friedrich einen solch grandiosen Kempa aufs Parkett zauberten, dass es tausende Zuschauer, darunter Bernhard Kempa selbst, von den Sitzen riss.