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2. Liga geht in ihre erste eingleisige Saison

Reform im Unterhaus

Reform im Unterhaus: 35 Jahre nach der «stärksten Liga der Welt» startet die 2. Bundesliga in ihre erste eingleisige Saison.

«Erstens ergeben sich daraus Kommunikations- und Marketingchancen. Zweitens erhoffen wir uns davon, dass wir das sportliche und wirtschaftliche Niveau deutlich anheben können und so den Abstand zwischen erster und zweiter Liga zu verringern. Drittens glauben wir, dass für die Clubs die Ertragskraft größer ist», begründete Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, die Entscheidung der Ligaversammlung.

Aus 36 Mannschaften in zwei Staffeln wurden nun 20 Teams in einer Liga, die nach den bei der Lizenzierung eingereichten Planungen einen Gesamtetat von rund 20 Millionen Euro umsetzen wollen. «Wir glauben, dass die Clubs jetzt die Anforderungen besser erfüllen, die wir an eine 2. Bundesliga stellen», meinte der Funktionär.

Die Reform, die im gleichen Maße auch in der 2. Bundesliga der Frauen vollzogen wurde, war nicht unumstritten. In erster Linie wurden fehlende Derbys moniert. Auch die höheren Reisekosten wurden als Gegenargumente genannt, weil nun zum Beispiel Fahrten von Rostock nach Saarlouis (860 Kilometer) oder von Bad Schwartau nach Neuhausen (740 Kilometer) bewältigt werden müssen. «Das schätze ich als eher unerheblich ein», urteilte Bohmann.

Im Gegenzug wird nun erstmals auch Zweitliga-Handball bundesweit im Fernsehen zu sehen sein. Der Spartensender Sport1 wird im Rahmen seiner Sendung «Handball Kompakt - Der Spieltag» sonntags auch Partien aus dem Unterhaus zeigen. Die Zahl von zehn Spitzenbegegnungen ist zwar noch äußerst gering. «Das halte ich für einen guten Start in die TV-Verwertung für die eingleisige 2. Liga», sagte der für Marketing bei der HBL zuständige Mark Schober.

Die zehn TV-Spiele sind «ein erster kleiner, aber ungemein wichtiger Schritt», sagte Peter Rauch, Geschäftsführer des SV Post Schwerin und Vizepräsident des Ligaverbandes, in einem HBL-Interview und fügte an: «Ich hoffe, dass sich der Umfang weiterentwickeln wird.»

Er erinnerte daran, dass 85 Prozent der 54 Erst- und Zweitligisten hatten 2009 für die Zusammenlegung der Zweitliga-Staffeln gestimmt hatten. «Die Entscheidung zugunsten der eingleisigen 2. Liga wird nach dieser ersten Saison auch jene überzeugt haben, die zunächst ein wenig wankelmütig waren», behauptete Rauch.