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Warten auf den ersten Sieg

Rimpar: Der Aufsteiger hält stets gut mit - verliert aber trotzdem

Das unscheinbare Wörtchen "wieder" hat gute Chancen, zum Unwort der Rimparer Wölfe zu avancieren. Wieder waren sie am Wochenende zeitweilig nah dran an einem Punktgewinn. Wieder scheiterten sie vor allem an sich selbst. Und wieder gingen sie deswegen am Ende als Verlierer vom Feld. Diesmal unterlagen sie im ersten fränkischen Derby dem HC Erlangen.

Und so fühlte sich Jens Bürkle am Samstagabend wie in einer witzlosen Adaption der Filmkomödie "Und täglich grüßt das Murmeltier". "Ich muss mich nach jedem Spiel wiederholen", sagte der Trainer der DJK Rimpar Wölfe: "Wir haben wieder in den entscheidenden Phasen den Faden verloren." Und: "Es nützt nichts, dass wir von allen Seiten Zweitliga-Tauglichkeit attestiert bekommen, wenn sich diese nicht auch irgendwann an unserem Punktekonto zeigt." Nach sechs Spieltagen wartet der Aufsteiger weiter auf seinen ersten Saisonsieg.


Dieselben Fehler

Die entscheidenden Phasen der Wölfe spielen sich stets Anfang, Mitte der zweiten Halbzeit ab und gleichen sie wie Abziehbilder: Erst verlieren sie völlig unvermittelt die Ordnung und wenig später den Mut. Immer, wenn die Konkurrenz wackelt, nehmen sie sich plötzlich überhastete Würfe, laden die Gegner zu Kontern ein und geben binnen weniger Minuten ganze Spiele aus der Hand.

Man kann das unkonstant nennen. Oder unclever. Oder einfach "zu grün", wie Spielmacher Sebastian Kraus unlängst treffend auf die Unerfahrenheit des Teams anspielte, das Woche für Woche auf die Erfahrung von Profis trifft. Egal, wie man es nennt: "Wir müssen das schnellstens abstellen", weiß Bürkle. "Denn in dieser Liga wird es kaum ein Team geben, das diese kopflosen Phasen nicht bestraft." Trotz des vorletzten Tabellenplatzes ist er nach wie vor "guter Dinge". Erst recht angesichts des anspruchsvollen Auftaktprogramms. "Wir haben bisher nur gegen Gegner gespielt, die am Ende der Saison unter den ersten zehn zu finden sein werden", gibt er zu bedenken. "Und wir haben gegen alle zumindest 50 Minuten gut mitgehalten." Nun warten mit Leuterhausen und Hüttenberg erstmals Keller-Konkurrenten.

Noch ist Bürkle, der kommenden Montag seinen 33. Geburtstag feiert, überzeugt: "Wir sind auf dem richtigen Weg." Tatsächlich präsentiert sich zuletzt vor allem die Abwehr ausgesprochen aggressiv. "Sie ist unangenehm zu spielen", zollte ihr sogar Erlangens Kreisläufer Sebastian Preiß Respekt. Und so blieben in Rimpar trotz aller Enttäuschung bisher immer auch ein positives "wieder" und die Erkenntnis: "Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht."