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"Befreit und beflügelt": Rimpars Kapitän Stefan Schmitt über den Sektkorkenstart

Sie sind die Sensationsmannschaft dieser noch jungen Saison. Wie ein Sektkorken schossen die Rimparer Wölfe am dritten Spieltag an die Tabellenspitze. Nach dem siebten waren sie immer noch ungeschlagen - Startrekord seit der Eingleisigkeit. Kapitän Stefan Schmitt verrät im Interview, wie es zu dem Höhenflug kam und wie er sich anfühlt.

Die ganze Liga staunt über die Wölfe. Erklären Sie uns, was da gerade in Rimpar passiert.

Stefan Schmitt: So richtig erklären kann ich das auch nicht, denn wir staunen selbst. Wir wussten, dass wir die ersten drei Spiele gegen zwei Aufsteiger und in Saarlouis unbedingt gewinnen sollten, um wieder die Klasse zu halten. Als wir dann tatsächlich sechs Punkte hatten und plötzlich an der Spitze standen, fiel ein riesiger Druck von uns ab. Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren konnten wir befreit aufspielen. Das hat uns unglaublich beflügelt.

Gibt es auch sportliche Gründe für den Erfolg?

Natürlich hat sich jeder von uns seit dem Aufstieg weiterentwickelt, auch dank des einen Jahrs Zweiltiga-Erfahrung. Überraschend gut klappt bisher auch, wie wir als Kollektiv die Lücke schließen, die Daniel Sauer (jetzt Geschäftsführer, Anm. d. Red.) hinterlassen hat. Ein großer Vorteil ist die Breite unseres Kaders. Wir sind zehn bis zwölf Spieler, die ständig durchwechseln, so dass jeder im Prinzip nur 30 Minuten Vollgas geben muss.

Nach Siegen machten auf Facebook bisher immer Bilder die Runde, auf denen feiernde Kerle zu sehen waren, mal mehr, mal weniger bekleidet. Was passiert in der Kabine, was die Selbstporträts nicht zeigen?

Wir suchen natürlich Fotos aus, die wir der Öffentlichkeit zumuten können. Aber wie euphorisiert die Stimmung in solchen Momenten wirklich ist, können Bilder sowieso nicht festhalten. Da wird viel rumgefeixt und über Fehler gelacht. Irgendwann dreht DJ Bötschi (Kreisläufer Julian Bötsch, Anm. d. Red.) die Musik in unsere Musikbox voll auf, und dann tanzen wir oder grölen Ballermannhits mit und freuen uns schon jetzt auf unsere traditionelle Saisonabschlussfahrt nach Mallorca.

Sie sind bei der DJK Rimpar groß geworden. Was bedeutet gerade Ihnen und Ihren Freunden, mit denen Sie schon in der Jugend zusammengespielt haben, der aktuelle Erfolg?

Vielleicht fühlt er sich für uns tatsächlich noch intensiver an als für diejenigen, die erst zu uns gewechselt sind. Von uns Rimparern hätte noch vor drei Jahren keiner davon geträumt, jemals in der zweiten Liga zu spielen! Das, was hier gerade passiert, macht noch mehr Spaß als das Abenteuer der ersten Saison, denn der negative Druck und die große Angst von damals, dass es ein einmaliges Abenteuer bleiben könnte, sind weg.

Eigentlich war das Ziel der Wölfe vor Saisonbeginn "nur" der Klassenerhalt...

...und das ist es auch immer noch. Daran erinnert uns schon unser Trainer. (lacht) Im Ernst: Wenn wir dieses Ziel erreicht haben, können wir uns über ein anderes Gedanken machen. Bis dahin genießen wir unseren Höhenflug, so lange er dauert, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.