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ASV Hamm-Westfalen

Schnelle Ernüchterung

Die Ernüchterung kam schneller als es den Verantwortlichen lieb war. Mit dem Ziel, am Ende der Saison einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, war Erstliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen in der eingleisigen 2. Liga angetreten. Nach der 24:31 (11:13)-Niederlage zum Auftakt gegen den DHC Rheinland war die Enttäuschung riesengroß, nach einer Partie, „in der wir eigentlich nie so richtig eine Chance gehabt haben“, stellte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel betroffen fest. „Es zeigt sich immer  mehr, dass wir im Rückraum - insbesondere rechts - im Moment überhaupt keine Möglichkeit haben, zu leicht ausrechenbar sind. Daran müssen wir arbeiten.“

Ist das Experiment, einen Kader ohne gelernten Rückraumrechten in die Saison zu schicken, schon nach dem ersten, Spiel gescheitert? „Nein“, wiegelt Dressel ab. „Wir haben gerade das erste Spiel hinter uns. Da denken wir nicht über Nachverpflichtungen nach. Und wir wussten ja, dass es schwer wird. Aber nun muss die Mannschaft weiter arbeiten." Und das in allen Bereichen. Denn nicht nur im Angriff hakte es bei den Gastgebern gewaltig. Auch in der Defensive blieben die Hammer gegen den DHC zu oft gegen die kaum zu haltenden Hòlmgeirsson und Konitz zweiter Sieger. Und so blieb die schmerzhafte Erkenntnis, dass neben dem mauen Angriffswirbel beim ASV auch der eigentlich als Prunkstück ausgewiesene  Defensivverbund noch nicht funktioniert. Zu löchrig wirkte die Deckung gegen Rheinland - vor allem in der Anfangsphase. Erst als neben Abwehrchef Jiri Hynek auch Abwehrspezialist Frank Schumann in den Innnenblock rückte und Machulla von 6:0 auf 5:1 umstellte, strahlte die Abwehr größere Sicherheit aus, wurden die Mitabsteiger aus dem Rheinland vor größere Probleme gestellt.

Für Machulla gibt es noch viel zu tun, um das Team in  der Zweitliga-Spitze wettbewerbsfähig zu machen. „Wir haben noch 37 Spiele vor der Brust und werden jeden Tag an uns arbeiten“, versichert der Spielertrainer. Immerhin gab es auch einige Lichtblicke. Zum größten wurde der jüngste Spieler im Kader. Unbekümmert, mutig und motiviert ging Sebastian Paul in die Partie und führte sich blendend ein. „Er hat das sensationell gespielt“, lobte der Coach den gegen Dormagen zweifachen Torschützen, der zudem auf der Mitte klug Regie führte.  „Als es dann für ihn gut lief, hat er vielleicht ein bisschen überdreht. Aber er ist 18, das muss man ihm absolut zugestehen.“

Dass es mit Lars Gudat für einen anderen Jungspund im Team noch nicht so gelaufen ist, gehörte zum kalkulierten Risiko, das die Verantwortlichen mit der Kaderplanung eingegangen sind. „Rückraum rechts ist ja nicht gerade seine Position. Daher wird es auch Zeit brauchen, bis er sich daran gewöhnt hat“, sagt Manager  Rothenpieler. Und Machulla ergänzt, dass „das unser Weg ist, mit jungen Spielern zu arbeiten und etwas aufzubauen.“ Bisher ist noch viel Luft nach oben. Was Rothenpieler  positiv stimmt: „Ich denke, dass wir auch bessere Spiele abliefern werden.“