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HC Empor Rostock

Schwenker ist zurück auf der Handballbühne

Jetzt ist es perfekt: Uwe Schwenker wird künftig den HC Empor Rostock sportlich und wirtschaftlich beraten. Der Zweitligist stellte den langjährigen Erfolgsmanager von Rekordmeister und Champions-League-Sieger THW Kiel in der vergangenen Woche offiziell vor. „Ich sehe es als reizvolle Aufgabe, bei einem ambitionierten Verein, der auf langjährige Traditionen verweisen kann, etwas aufzubauen“, sagte Schwenker bei seinem Premierenauftritt in Rostock.


Gleichzeitig warnte der 54-Jährige davor, mit seiner Person unrealistische Hoffnungen zu verknüpfen. „Erst einmal muss ich mir einen Überblick verschaffen, wie die Situation sportlich und finanziell aussieht, dann kann man entscheiden, was machbar ist“, gab sich der 72-fache Ex-Nationalspieler (noch) zurückhaltend. Er sehe sich als „Teil des Teams hinter dem Team“. Nur wenn alle an einem Strang ziehen würden, könne er seinen Beitrag leisten. Außerdem nennt der gebürtige Bremer einen ganz praktikablen Grund, warum er sich trotz mehrerer Angebote aus der Bundesliga für Empor entschieden hat. „Ich wollte meinen Lebensmittelpunkt  nicht verlagern und Rostock ist von Kiel aus schnell erreichbar“, so Schwenker.

Der HC Empor zeigte sich stolz auf die „Verstärkung“ aus Kiel. „Jeder, der sich mit Handball beschäftigt, weiß, wer Uwe Schwenker ist. Ich freue mich riesig, dass er diese mutige Entscheidung getroffen hat,“ sagte Trainer Rastislav Trtik. Vorstandschef Jens Gienapp betonte: „Wir sind stolz und froh, dass wir Uwe Schwenker für den Handball in Rostock gewinnen konnten. Seine Verpflichtung zeigt, dass wir unsere Ziele ernsthaft in Angriff nehmen.“
Geld habe bei der vorerst auf ein Jahr angelegten Zusammenarbeit keine Rolle gespielt, betonten beide Seiten. Schwenker: „Jens Gienapp hat mir gesagt, was der Verein geben kann und damit war die Sache erledigt. Ich habe nicht gefeilscht.“
Die Freude über die prominente Unterstützung wird allerdings getrübt durch die schwere Verletzung von Torjäger Tom Wetzel. Der 21-Jährige zog sich bei einem Turnier in Bad Doberan einen doppelten Wadenbeinbruch zu und wurde bereits operiert. Der wurfgewaltige Rechtshänder, der in der vergangenen Saison 207 Treffer erzielte, fällt sechs bis acht Wochen aus. Zu allem Überfluss plagt sich der tschechische Nationalspieler Roman Becvar mit muskulösen Problemen, die einen Einsatz zuletzt nicht zuließen.


Rastislav Trtik weiß, dass der Liga-Auftakt am Freitag gegen Eintracht Hildesheim „mit diesen Ausfällen unter denkbar schlechten Voraussetzungen“ steht. Nach einer makellosen Vorbereitung – unter anderem mit Siegen gegen die Ligarivalen EHV Aue (31:26) und VfL Bad Schwartau (27:24)  –  wurde das bereits in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals sichtbar. Gegen den ASV Hamm-Westfalen gab es eine 31:40-Heimpleite, die noch deutlicher hätte ausfallen können. „Unsere ganze Konzentration hat dem ersten Sechser gegolten. Wenn da zwei Mann ausfallen, wird es ganz schwer“, verdeutlichte Trtik das Dilemma.


Deutlich besser sah es bei der 33:45-Niederlagegegen den THW Kiel im letzten Testspiel aus, die auch Wetzel und Becvar nicht verhindert hätten. Insgesamt wurde aber deutlich, dass die Rostocker „Reservisten“ noch nicht auf Zweitliga-Niveau agieren. Auch das ist für Trtik keine Überraschung. „Ich kann nicht zaubern“, so der 52-jährige Handball-Enthusiast. Er verweist darauf, dass Jacub Zboril (18) sowie die 17-jährigen Julius Porath und Robert Barten bei allen guten Ansätzen „noch Zeit brauchen“. Überdies seien auch die gestandenen Neuzugänge Lukas Gamrat (25) und Sebastian Rumniak (28) „noch lange nicht vollständig integriert“. Viel Zeit bleibt dafür angesichts der Ausfälle nicht.