Leitwolf Hinrichsen ist zurück im Rudel - Tarp-Wanderup: Der 30 Jahre alte Spielmacher feierte nach achtjähriger Pause sein Comeback im HSG-Trikot - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Leitwolf Hinrichsen ist zurück im Rudel

Tarp-Wanderup: Der 30 Jahre alte Spielmacher feierte nach achtjähriger Pause sein Comeback im HSG-Trikot

Ein Kurz-Einsatz in der ersten Hälfte, dann ein Siebenmeter und schließlich die letzten 20 Minuten - Matthias Hinrichsen feierte gegen Bietigheim nach über achtjähriger Pause sein Pflichtspiel-Comeback für die HSG Tarp-Wanderup. Die Fans strahlten, der 30 Jahre alte Spielmacher wirkte aber nicht nur wegen der Niederlage alles andere als zufrieden.

"Ich wollte zu viel und habe nicht zum Spielfluss beigetragen", sagte er. "Ich habe mich so oft festmachen lassen wie sonst die ganze Saison nicht."

Andererseits: Vor knapp zwei Monaten hätten er und das HSG-Umfeld es kaum für möglich gehalten, dass der Rechtshänder überhaupt schon wieder zum Einsatz kommen könnte. Nach einem Testspiel lautete die erste niederschmetternde Diagnose: Teilruptur des Kreuzbandes und Innenbandriss im rechten Knie. Eine Operation und eine lange Pause drohten. Die HSG stand unter Schock: Anfang des Jahres hatte der damalige Drittligist Matthias Hinrichsen, der bereits von 1999 bis 2005 in Tarp gespielt hatte, als zentrale Figur eines neuen Konzeptes vorgestellt. Doch durch die Verletzung brach der Kopf weg, was einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt bedeutete.

Zum Glück erwies sich die Blessur als nicht ganz so schwerwiegend wie zunächst befürchtet. Licht ins Dunkeln brachten ältere MRT-Aufnahmen, die bereits ein lädiertes Kreuzband zeigten. Der erkannte Schaden waren demnach nicht neu und schloss auch keinen Leistungshandball aus. So musste Matthias Hinrichsen "nur" den Innenbandriss auskurieren. Seit zwei Wochen stand er wieder im Mannschafts-Training, jetzt folgte der erste Einsatz. "Wir können keine Wunderdinge erwarten", erklärte HSG-Trainer Christian Voß. "Aber es war wichtig, dass er gespielt hat."

An der Treene hat man unterdessen die Wochen der Wahrheit eingeläutet. In der Heimpartie gegen Hildesheim und dann im Landesderby beim TSV Altenholz hofft man auf die ersten Zähler. "Uns unterlaufen noch zu viele Fehler, wir sind im normalen Positionsspiel nicht durchschlagskräftig genug", machte Matthias Hinrichsen für die nächsten Tage einen großen Arbeitsbedarf aus. "Manchmal gehen wir zu viel Tempo. Dabei können wir noch gar nicht so weit sein, da die Mannschaft neu zusammengestellt wurde."