Der Optimismus ist ungebrochen - Trotz 4:18-Punkten glaubt Schlusslicht TV Neuhausen an die eigene Qualität und ist vom Verbleib in Liga zwei überzeugt - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
Der Optimismus ist ungebrochen

Trotz 4:18-Punkten glaubt Schlusslicht TV Neuhausen an die eigene Qualität und ist vom Verbleib in Liga zwei überzeugt

Es sieht düster aus im Ermstal: "Man muss den Tatsachen ins Auge schauen. Wir sind hinten drin, haben sechs Punkte Rückstand und ein Viertel der Saison ist gespielt", erklärt Neuhausens Trainer Aleksandar Stevic. Mit einer derart mageren Punkteausbeute von 4:18-Zählern haben die Verantwortlichen trotz des harten Auftaktprogramms nicht gerechnet.

Die Gründe für die Situation sind vielschichtig. Das Hauptproblem ist der Abschluss der Angriffe. Youngster Jona Schoch fasste nach dem Spiel gegen den ASV Hamm-Westfalen treffend zusammen: "Wir müssen die Kugel einfach ins Tor bringen."

Doch das ist in dieser Saison beim TVN nicht einfach. 25 Fehlwürfe notierte der Trainer gegen Hamm - schlicht zu viel für ein Spiel und für Liga zwei. Dabei hat der schwäbische Traditionsverein durchaus Qualität. Doch mehr als eine Andeutung des Leistungsvermögens ist nicht zu erkennen. Egal ob der Gegner Nordhorn, Erlangen oder Bietigheim hieß, die Stevic-Schützlinge hatten fast immer die Möglichkeit, Zählbares zu holen und standen aber meist mit leeren Händen da. "Es fehlten immer nur Kleinigkeiten. Wir müssen unsere Leistung konstanter abrufen", sagt der Kommandogeber.

Auch ein Grund: Die Umstrukturierung des Kaders vor der Saison mit vielen jungen Neuzugängen wirkt nach. Die Mannschaft muss sich erst richtig finden, die Abstimmungen passen noch nicht zu hundert Prozent. Trainer Stevic ist aber Realist genug, um dieses Problem zu erkennen: "Das macht sich jetzt eben bemerkbar, dass wir eine junge Truppe haben. Das zeigt sich in den bisherigen Ergebnissen knallhart." Jedoch steht der Neuhäuser Coach nach wie vor hinter dem Projekt: "Wir kommen da unten raus, auch wenn es nicht einfach wird. Aber wir müssen jetzt den Bock umstoßen."

Und das am besten so schnell wie möglich, denn sonst wird der Abstand zum rettenden Ufer möglicherweise noch größer. Die momentan vorhandene Differenz von sechs Punkten ist bereits jetzt eine schwere Hypothek. Da macht es auch die Tatsache nicht besser, dass der TVN bisher fast ausnahmslos gegen Top-Gegner gespielt hat.

Doch die Stärke des TV Neuhausen ist, das haben die vergangenen Jahre immer wieder gezeigt, zum einen das Kollektiv und zum anderen die Rolle des Unterschätzten. Mit dem Aufstieg in Liga eins 2012 rechnete auch niemand. Am Ende spielte der TVN aber für eine Saison in der "stärksten Liga der Welt". Dort hat man Erfahrungen im Abstiegskampf gesammelt, die es jetzt zu reaktivieren gilt. Vor allem aber müssen sich die Akteure des TVN wieder auf das Kerngeschäft im Handball besinnen, das Torewerfen. "Klar, es wird hart, aber wir kommen da raus und sind konkurrenzfähig", ist Stevic felsenfest von seiner Mannschaft überzeugt.