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Klare Linie

TVG-Coach Maik Handschke hält die Zügel straff

Es hat einige Zeit gedauert, bis der TV Großwallstadt in der zweiten Liga angekommen ist. Das war auch nicht verwunderlich nach einer so langen und erfolgreichen Geschichte in der ersten Bundesliga. In dieser Saison aber ist der Altmeister auf einem guten Weg. Zum ersten Mal seit dem Abstieg 2013 stehen die Großwallstädter auf einem Aufstiegsplatz, haben zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen. "Wir haben zusammengefunden, vor allem die Abwehr steht sehr gut", sagt Kapitän Michael Spatz. Die Neuverpflichtungen von Milan Weißbach und Pavel Prokopec, die vor allem ihre Stärken in der Defensive haben, haben sich ausgezahlt. Rechtsaußen Spatz ist der einzige, der aus der jüngeren Vergangenheit übrig geblieben ist. Der bald 32 Jahre alte ehemalige Nationalspieler führt derzeit nicht nur seine Mannschaft an, sondern auch die Torschützenliste. In zehn Spielen hat Spatz 69 Tore erzielt. Vor allem vom Siebenmeterpunkt gehört der Routinier zu den sichersten Werfern der Liga.

Das Geheimnis des Erfolgs aber ist ein anderes. Trainer Maik Handschke ist es gelungen, inseinem zweiten Jahr am bayerischen Untermain Konstanz ins Spiel zu bringen. Die Ausschläge nach oben und unten sind noch immer da, aber sie werden geringer. Das "System Handschke" greift und der TVG profitiert. "Wir haben vor jedem Spiel einen klaren Plan", sagt Spatz: "Und es gelingt uns immer besser, ihn auch umzusetzen." Klappt es nicht, dann wird es ungemütlich, das wissen die Spieler. Denn Ex-Nationalspieler Handschke ist ein Mann klarer Worte. "Bei ihm weiß man, an was man ist", sagt Spatz, der schon viele Trainer erlebt hat: "Er redet nicht drumherum, sondern kommt auf den Punkt." Handschke scheut auch nicht vor Konsequenzen zurück. Wer die Marschroute nicht befolgt, muss im nächsten Spiel auch schon mal zuschauen, auf Namen wird keine Rücksicht genommen. Zuletzt ist es dem Trainer immer besser gelungen, den Fokus der Spieler auf das jeweils nächste Spiel zu lenken. Nichts hasst Handschke nämlich mehr als Leichtsinnigkeiten gegen vermeintlich unterlegene Gegner.

Der TVG kämpft nicht nur um den Aufstieg, er kämpft auch um sein Publikum. Gegen Essen und Hildesheim waren nur knapp 1.000 Zuschauer in die Halle nach Aschaffenburg gekommen, mit dem Derby gegen Rimpar und der jüngsten Erfolgsserie ist aber nun auch eine leichte Steigerung einhergegangen. Gegen Hamm waren es immerhin schon 1.300 Besucher. Aus Sicht von Spielführer Spatz muss die Kurve weiter nach oben zeigen. "Es liegt an uns, mit guten Leistungen die Zuschauer wieder anzulocken", sagt er: "Wenn wir oben dabei bleiben, wird uns das auch gelingen."