DJK Rimpar Wölfe - Zwangspause für Lars Spieß - Handball - Handball-M Zweite Liga - Artikel - Handballwoche
DJK Rimpar Wölfe

Zwangspause für Lars Spieß

Während der Vorbereitung auf die U19-Weltmeisterschaft hatte DHB-Jugendkoordinator Christian Schwarzer über die Zwillinge Lars und Tom Spieß gesagt: „Man kann sie nachts um 3 Uhr wecken, ihnen sagen, was sie machen sollen, und sie machen es.“ Drei Tage vor dem Abflug zum Turnier in Ungarn ist Lars tatsächlich um diese Zeit aufgewacht. Allerdings nicht, weil sein Coach an seinem Bett stand, sondern weil sein Fuß höllisch wehtat.

Am Abend zuvor hatte sich der abwehrstarke Allrounder während des Trainings verletzt: „Wir haben Fußball gespielt, ich wurde bei einem Zweikampf gefoult, bin nach außen weggeknickt und über den Vorderfuß abgerollt. Erst sah es gar nicht so schlimm aus.“  Doch nachts kam der Schmerz –  und am nächsten Morgen beim Röntgen die niederschmetternde Diagnose: Mittelfußbruch. WM-Aus. Drei Monate Pause. „Das ist schon ziemlich hart für mich“, sagte der 18-Jährige, der später operiert wurde. Damit fehlt er auch seinem neuen Verein DJK Rimpar Wölfe beim Saisonstart in der zweiten Liga. „Lars hatte in den ersten Wochen bewiesen, dass er ein wichtiger Baustein für unser großes Ziel, den Klassenerhalt, sein kann. Seinen Ausfall müssen wir erst mal verkraften“, sagte Geschäftsführer und Abwehrchef Daniel Sauer.
Dass die Wölfe den veranlagten Rückraumspieler gut hätten gebrauchen können, zeigte am 11. August das Turnier um den Rimpar Cup. Dort enttäuschten die personell nicht nur wegen der fehlenden Spieß-Brüder geschwächten Gastgeber mit drei Niederlagen gegen die Drittligisten HSC 2000 Coburg (2. Platz beim Turnier), TV Kirchzell (4.) und Eintracht Baunatal (5.). Am Ende belegten sie den sechsten und letzten Platz. Den Turniersieg sicherte sich der TV Großwallstadt, der sich trotz der vielen Personalwechsel in ansprechender Frühform präsentierte. Für eine Überraschung sorgte Drittliga-Aufsteiger TSV Rödelsee, der mit starken Auftritten und Rang drei ein klares Signal an die Konkurrenz sandte.  

Rimpars Trainer Jens Bürkle vermisste indes „die Begeisterung“ bei seiner Mannschaft, die ohne einen einzigen Profi in der zweiten Bundesliga auskommen muss. Die tägliche Doppelbelastung von Arbeit und Training schlaucht einige seiner Spieler offenbar schon jetzt.  Dennoch zeigten die Wölfe auch vielversprechende Ansätze, etwa bei einer Offensivvariante der 6:0-Deckung und im schnellen Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff. Mit etwas mehr Konzentration, Konstanz und Kampf dürften sie damit durchaus Gegnern Probleme bereiten können. Und mit der Hilfe von Lars Spieß – irgendwann ab November.