THW Kiel trifft auf seinen Angstgegner
Fünf Uhr war es, als sich die „Zebras“ am Sonnabendmorgen müde aus den Polstersitzen ihres Mannschaftsbusses schälten. Der deutsche Meister brachte einen 32:25 (15:15)-Sieg vom DHC Rheinland und die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga mit zurück nach Kiel. Dass es ein langer Arbeitstag werden sollte, stand vorher fest, überraschend war, dass der THW so hart dafür arbeiten musste.
Gegen Dormagens neu formierte Mannschaft sei unangenehm zu spielen, „die sind mit sehr viel Enthusiasmus dabei und haben viele technisch gute Spieler in ihren Reihen“, wagte THW-Kapitän Marcus Ahlm einen Erklärungsversuch für die Achterbahnbahnfahrt am Rheinufer. Vielleicht, sinnierte Ahlm, liege es daran, dass zu Saisonbeginn noch der Rhythmus fehle. „Wir wissen noch gar nicht, wo wir stehen. Das passiert aber fast allen Mannschaften, man muss sich nur die komischen Ergebnisse in der Liga ansehen.“
Beim Dormagener Außenseiter standen sich die Kieler nach schneller 4:0- und 9:4-Führung Mitte der ersten Halbzeit selbst im Weg, retteten mit Mühe ein 15:15 in die Pause. Das Kabinengespräch zwischen Mannschaft und Trainer Alfred Gislason soll dann ein sehr intensives gewesen sein. Die Folge: Über viel Arbeit fanden die „Zebras“ zurück in ihre früh gelegte Erfolgsspur, brachten noch den Sieben-Tore-Sieg ins Ziel.
Gislason probt mit seinen „Zebras“ ab dem heutigen Montag für die Partie gegen den TBV Lemgo, die am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in der Sparkassen-Arena angepfiffen wird. Mit den Ostwestfalen kommt Kiels „Angstgegner“, nur neun Minuspunkte kassierte der THW in den letzten beiden Jahren, Lemgo sackte davon mehr als die Hälfte ein - fünf Zähler. Allerdings klagt auch TBV-Trainer Volker Mudrow über noch fehlenden Rhythmus, zudem verabschiedeten sich die beiden Leistungsträger Florian Kehrmann (Wadenzerrung) und Holger Glandorf (Handverletzung) beim mühsamen 31:27-Sieg in Friesenheim in den Verletztenstand.
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