Von Belgrad in die Königsklasse
07.02.12 - 12:49
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Elf Tage nach dem EM-Finale von Belgrad folgt am Donnerstag der Neustart der VELUX EHF Champions League mit den ersten drei Partien des achten Spieltags. Eine Analyse zeigt, dass die „Helden der Königsklasse“ auch bei der EM in Serbien die entscheidenden Spieler waren.
Nimmt man sich nur die vier Halbfinalisten, stehen 41 der 64 eingesetzten Spieler bei Champions-League-Clubs unter Vertrag. Noch deutlicher wird es beim Blick auf das All-Star-Team: Alle neun Spieler kommen von Clubs, die ab Donnerstag auch wieder in der „Königsklasse im Einsatz sind. Gleiches gilt für den EM-Torschützenkönig Kiril Lazarov (Mazedonien, 61 Treffer), der für den spanischen Topclub Atletico Madrid aufläuft. Und nicht verwunderlich ist auch, dass der Meister aus dem Land des Europameisters Dänemark, AG Kopenhagen, drei der neun All-Star-Spieler stellt. Aber auch der THW Kiel darf sich freuen: In Momir Ilic und Christian Sprenger stehen zwei aktuelle Spieler im All-Star-Team, dazu kommt noch der Däne Rene Toft Hansen, der die „Zebras“ ab der kommenden Saison verstärken wird.
Das EM-All-Star-Team
Tor: Darko Stanic (Serbien, Metalurg Skopje/MKD)
Linksaußen: Gudjon Valur Sigurdsson (Island, AG Kobenhagen/DEN)
Rückraum links: Mikkel Hansen (Dänemark, AG Kobenhagen/DEN)
Spielmacher: Uros Zorman (Slowenien, Vive Targi Kielce/POL)
Rückraum rechts: Marko Kopljar (Kroatien, RK Zagreb/CRO)
Rechtsaußen: Christian Sprenger (Deutschland, THW Kiel/GER)
Kreis: Rene Toft Hansen (Dänemark, AG Kobenhagen/DEN)
Bester Abwehrspieler: Viran Morros (Spanien, FC Barcelona Intersport/ESP)
Most Valuable Player: Momir Ilic (Serbien, THW Kiel/GER)
Aber nicht nur das All-Star-Team veranschaulicht die Bedeutung der VELUX EHF Champions League bei der EM, sondern auch die Anzahl der (Top)-Spieler der vier Halbfinalisten: 13 der 16 nominierten Spieler von Bronzemedaillen-Gewinner Kroatien stehen bei CL-Vereinen unter Vertrag (drei davon beim HSV Hamburg), bei den viertplatzierten Spaniern waren es immerhin zwölf, bei Europameister Dänemark neun und bei Vize-Europameister Serbien sieben.
Diese 41 Spieler stammen von insgesamt 15 verschiedenen Teilnehmern der aktuellen Champions-League-Gruppenphase, in der noch drei Spieltage ausstehen: Ganz vorne in diesem Ranking liegen die spanischen Vertreter Atletico Madrid und FC Barcelona (beide derzeit Erste in ihren CL-Gruppen) mit je sechs Halbfinal-Teilnehmern, gefolgt von RK Zagreb (5) und dem HSV (4). Die Polen aus Kielce waren der einzige Verein mit drei Halbfinal-Teilnehmern aus drei Nationen.
Schaut man sich die beiden Finalisten Dänemark und Serbien an, fällt auf, dass alle Schlüsselspieler auch in der VELUX EHF Champions League zu den Stars gehören: Allen voran der aktuell Führende der CL-Torschützenliste Mikkel Hansen, der das Finale quasi im Alleingang mit neun Treffern entschied. Daneben finden sich in Torwart Niklas Landin (Silkeborg), der ab der neuen Saison für die Rhein Neckar Löwen spielt, sowie Toft Hansen und Rasmus Lauge (ebenfalls Silkeborg) weitere CL-Stars im Kader des Europameisters, nicht zu vergessen Hamburgs Hans Lindberg, oder die Flensburger Fraktion, die über viele Jahre in der Königsklasse auflief.
Bei den Serben war es vorrangig Torwart Stanic (ab nächster Saison in Göppingen), der auch dafür sorgt, dass sein Noch-Klub Metalurg Skopje die wenigsten Gegentore in der aktuellen CL-Saison kassierte. Daneben waren Ilic (Kiel), Marko Vujin (noch Veszprem, bald Kiel) oder Ex-Bundesliga-Legionär Rastko Stojkovic (jetzt Kielce) die tragenden Säulen.
Nimmt man die gesamte EM mit allen 16 Teilnehmern kamen 54,6 Prozent (135 von 247) aller nominierten Spielern von aktuellen Champions-League-Vereinen. Spitzenreiter in dieser Wertung war Medvedi Chechov mit 13 EM-Teilnehmern – gebracht hat es dem russischen Meister nichts, das Nationalteam schied nach der Vorrunde aus. Elf Spieler aus sechs Nationen stellte der THW Kiel, die Füchse aus Berlin brachten es auf acht EM-Starter aus sieben Nationen, gefolgt vom HSV Hamburg mit sieben Spielern aus vier Nationen. Der einzige CL-Teilnehmer ohne EM-Starter war Bosna Sarajewo.
Schaut man sich die „Nationenwertung“ an, fällt auf, dass im deutschen Kader nur fünf CL-Spieler aufliefen – nur die Slowakei (3) und Norwegen (1) hatten weniger Spieler aus der Königsklasse für die EM nominiert. Spitzenreiter in dieser Wertung ist abermals Russland mit 15 CL-Spielern im 16er-Kader, gefolgt von Kroaten (13), Spaniern (12) und Ungarn (11) – erst auf Rang sechs ist Dänemark mit neun.


