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45 Tage-Bilanz: Geschäftsführer Axel Geerken ist in Gummersbach angekommen

>In der Politik ist es üblich, dass den dort handelnden Personen eine 100-Tage-Schonfrist eingeräumt wird. Auf eine solche Einarbeitszeit konnte sich Axel Geerken (37), der seit 1. Februar als Nachfolger von Francois-Xavier Houlet als Geschäftsführer beim VfL Gummersbach tätig ist, nicht zurückziehen. Im Gegenteil, der Ex-Nationaltorhüter wurde nicht nur wegen der angespannten Finanzsituation beim Altmeister buchstäblich ins "kalte Wasser" geworfen - und Geerken hat sich in erstaunlich kurzer Zeit frei geschwommen.

Seine Bilanz nach nur rund 45 Tagen kann sich wahrlich sehen lassen - und zwar in jeder Beziehung: Sein Einstand in Gummersbach ging einher mit dem sportlichen Paukenschlag, dem sensationellen Pokal-Sieg über den THW Kiel und die damit verbundene Fahrkarte zum Final-Four nach Hamburg. Die Aussicht auf die sechsstellige Antrittsprämie in Hamburg ist sicherlich für die chronisch klamme VfL-Vereinskasse sehr willkommen.

In der vergangenen Woche konnte Geerken aber in dieser Hinsicht eine weitere positive Nachricht verkünden: Mit "Intrum Justitia" präsentierte er einen neuen Premiumsponsor, der dem VfL nach unbestätigten Informationen pro Saison rund 100.000 Euro zahlt. Das 1923 in Schweden gegründete Unternehmen ist heute nach eigenen Angaben der "führende Anbieter von Credit Management Services in Europa". Das Unternehmen ist börsennotiert, betreut weltweit 90.000 Kunden und beschäftigt 3.300 Mitarbeiter in 24 Ländern.


Der Kader steht fest

Aber auch in personeller Hinsicht hat Axel Geerken in erstaunlich kurzer Zeit diverse Baustellen abgearbeitet. Da ist einmal die Last-Minute-Verpflichtung von Christoph Schindler vom TSV Dormagen, der beim VfL einen Vertrag bis 2012 unterschrieb. Und Spielmacher Viktor Szilagyi, der zum 28. Februar eine Ausstiegsklausel hatte, wird seinen bis 2011 laufenden Vertrag beim VfL erfüllten. Auch die Vertragsverlängerungen mit Trainer Sead Hasanefendic (61) und Co-Trainer Emir Kurtagic (29) brachte Geerken schon unter Dach und Fach. Mit Ersatztorhüter Herdeiro Lucau (22), der (vorerst) bis zum Saisonende an den spanischen Champions-League-Teilnehmer BM Valladolid ausgeliehen wurde, konnte Geerken außerdem einen weiteren Spieler von der Gehaltsliste streichen.

Kein Zweifel, Geeken ist schon in Gummersbach angekommen. Aber viel Zeit zum großen Durchatmen bleibt ihm nicht. Zum einen kämpft der VfL weiter auf drei Hochzeiten. "Wir wollen in der Bundesliga weiter eine gute Rolle spielen, im Final Four stehen wir im Halbfinale, was wir im Europacup der Pokalsieger auf jeden Fall noch erreichen wollen", gibt er die sportlichen Ziele vor. Und dann ist da noch das Lizenzverfahren, dem er durchaus optimistisch entgegen sieht: "Wir haben unsere Unterlagen abgegeben. Es wird möglicherweise noch die ein oder andere Nachfrage geben, aber ich rechne fest damit, dass wir die Lizenz erhalten."


Priorität Hallenneubau

Eine weitere große Baustelle für ihn ist der geplante Hallenneubau in Gummersbach: "Zusammen mit der Stadt arbeiten wir mit Hochdruck an dem Thema", sagt Geerken, der den VfL allein schon auf Grund seiner Tradition einen Schritt weiter sieht als seinen Ex-Club HSG Wetzlar, schränkt allerdings ein: "Allerdings, beim Thema Halle ist uns Wetzlar schon voraus."

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