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60 Minuten Vollgas

34:18 - genau das gleiche Ergebnis hatte der TBV Lemgo zuletzt im September 2008 erzielt. Mit Volker Mudrow auf der gegnerischen Bank (bei der HSG Wetzlar). Die Wiederholung des 34:18 gegen den DHC Rheinland geht nun als höchster Sieg in Mudrows zweiter Lemgoer Amtszeit ein.

Kai Wandschneider erlebte dabei ein "Gegenstoßfestival". "Den Zuschauern hat das sicher viel Spaß gemacht, weil Lemgo 60 Minuten Vollgas gegeben hat", war sich der DHC-Trainer sicher. Die Dormagener hatten kurzfristig noch die Ausfälle von Daniel Werning (Muskelabriss im Beckenbereich) und Sebastian Linder (Kapselverletzung im Sprunggelenk) zu verkraften, was ihrer Durchschlagskraft nicht förderlich war.

Der TBV Lemgo legte schnell ein 7:2 (12.) vor und Torhüter Galia gönnte den Gästen bis zur Pause nur sieben Tore. "Wir sind regelrecht überrannt worden. Da kann man nur gegensteuern, wenn sich jeder Spieler selbst vernünftig einschätzt. Wenn der Rückraum eine Quote von 20 Prozent hat, dann braucht man sich nicht zu wundern. Wir haben keine Selbstdisziplin an den Tag gelegt", war Wandschneider über die Deutlichkeit der Niederlage angesäuert.


Ein Warnzeichen

Nach der Pause drehten speziell Florian Kehrmann (8 Treffer) und Manuel Liniger (6/1) gehörig auf. Nur die ganz große Show beim 25:12 mit einem basketballähnlichen Zuspiel der beiden Flügelflitzer misslang. Als die Gäste aus Dormagen elf Minuten lang ohne eigenen Treffer blieben, trieb der TBV den Vorsprung auf 28:12. "Wir haben das Spiel über das Tempo dominiert. Außerdem kam uns Dormagens Sieg über Friesenheim zupass. So klar haben wir nicht gegen die TSG gewonnen. Das war ein Warnzeichen zur rechten Zeit", sagte Mudrow.

Gäste-Trainer Kai Wandschneider räumte ein, dass die ungewisse Zukunft in seinem Verein nicht spurlos an allen Beteiligten vorbei gehe. "Wir haben in Dormagen überhaupt keine Konstanz und Verlässlichkeit mehr. In zwei Jahren habe ich insgesamt 41 Spieler eingesetzt, darunter 21 Jungs im Alter von 17 bis 21 Jahren", erklärte der DHC-Coach.