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Alles verspielt in fünf Minuten

"Solche Dinge gibt es im Handball" - das meist gehörte Zitat an diesem Abend. Mit 28:21 lagen die Hausherren 13 Minuten vor dem Spielende vermeintlich sicher in Front. Gute Stimmung in der Halle. Dann ging aber alles plötzlich sehr schnell: Den Liljestrand-Schützlingen gelang gar nichts mehr, dem Biegler-Team dafür alles: Der Ausgleich fiel erstmals wieder zum 29:29 in der 56. Minute, die Entscheidung zu Gunsten des TVG kurze Zeit später.

Die Erklärung: Der etatmäßige Kreisläufer Frank Loke konnte wegen Verletzung am Schluss nicht mehr mitwirken. Zweitens lief Michal Jurecki nach zwei Strafzeiten Gefahr, alsbald "Rot" zu kassieren. So war der Mittelblock in der Abwehr gänzlich gesprengt. Und drittens deckte der TV Großwallstadt in der Schlussviertelstunde offensiver, so wurde mal Jurecki, mal Niemeyer weitgehend "aus dem Spiel" genommen.

So gelang es dem TuS-N nicht, im letzten Heimspiel eine an sich sehr zufriedenstellende Saison ordentlich abzurunden. Der Aufsteiger hat sich mehr als wacker geschlagen in dieser Spielzeit, trotzdem moniert man nicht ganz zu Unrecht, dass es für Lübbecke eine Berg- und Talfahrt war. So waren eine Menge an Höhen und Tiefen auch ganz besonders in diesem Match gegen Großwallstadt erneut auszumachen. Die letzte Heimpartie als Spiegelbild der ganzen Saison. Die Stimmung an diesem Abend? Natürlich getrübt. Coach Patrik Liljestrand reagierte äußerst sauer. Am Schluss sei "einfach alles weggebrochen".

Bei Großwallstadt dagegen eitel Sonnenschein. Denn auch der TVG hatte beim großen Rückstand 13 Minuten vor Schluss nicht mehr einen Sieg auf der Rechnung. Umso größer der Jubel bei der Schlusssirene.