HSG Wetzlar - Handballer des Jahres 2015 - Anna Loerper und Andreas Wollf gewinnen die traditionsreiche Wahl - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Handballer des Jahres 2015

Anna Loerper und Andreas Wollf gewinnen die traditionsreiche Wahl

Gut, besser, die Besten oder einfach: Die Handballer des Jahres – die deutsche Nationalspieler Anna Loerper und Andreas Wolff haben die meisten Stimmen bei der Wahl zum Handballer des Jahres 2015 erhalten. Die Metzingerin Loerper gewann die 38. Wahl mit 4.884 Punkten vor ihren beiden langjährigen Nationalmannschafts-Kolleginnen Katja Kramarcyk (Leipzig/2.544) und Clara Woltering (Dortmund/1.752).

Bei den Männern siegte überraschend Nationaltorhüter Andreas Wolff. Der Held der Europameisterschaft in Polen verdrängte Uwe Gensheimer vom Thron, der zuvor vier Mal in Folge von den Lesern der HANDBALLWOCHE und Usern von www.handballwoche.de zum Handballer des Jahres gekürt wurde. Wolff, der für die HSG Wetzlar in der Bundesliga Tore verhindert, siegte überlegen mit 6.768 Punkten vor EM-Kapitän Steffen Weinhold (Kiel/4.956) und Titelverteidiger Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen/4.218). Wolff ist nach Andreas Thiel und Henning Fritz erst der dritte Torhüter, der die Wahl für sich entschied.

Auffällig war bei der diesjährigen Wahl übrigens einmal mehr, dass die Spieler eine große Fan-Gemeinde im Internet hinter sich wissen. Zahlreiche Stimmen wurden Online abgegeben, nachdem die  Wahl über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter  beworben wurde.
Ohne Zweifel hatte das „Wunder von Krakau“ entscheidenden Einfluss auf die diesjährige Wahl. Bis Samstag, den 06. Februar, konnten die Handball-Fans für ihre Lieblinge abstimmen. Gerade die sehr präsenten Bilder und Emotionen der deutschen Nationalmannschaft, die mit ihren sportlichen grandiosen und menschlich so sympathischen Auftritten in Breslau und Krakau für so viel Aufsehen gesorgt hat, haben die Wahl 2015 geprägt. Je länger die Redaktion der HANDBALLWOCHE zur Wahl aufgerufen hatte, und je länger und erfolgreicher die deutsche Mannschaft im Turnier spielte, umso mehr Einsendungen gab es für die Spieler von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Gleich acht deutsche Nationalspieler befinden sich unter den diesjährigen Top-Ten.

Bester Ausländer in der Liste der Fan-Wahl ist der Schweizer Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. Schmid wurde in der vergangenen Spielzeit zum besten Spieler der DKB Handball-Bundesliga gewählt. Er agiert in der Rückraum Mitte seit Jahren auf Spitzenniveau. Ebenfalls in den Top-Ten vertreten ist wieder einmal Torhüter-Routinier Matthias Andersson von der SG Flensburg-Handewitt. Der Schwede belegt in der Abstimmung 2015 Rang zehn.

Andreas Wolff, Deutschlands neuer Handballer des Jahres, kommt unterdessen aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Der 24 Jahre junge Schlussmann ist plötzlich ein Star. Groß, erfolgreich und eloquent – er ist derzeit der beste Werbeträger für den Handball. „Ich habe mein Bett erst zwei-, dreimal gesehen. Man merkt schon einen kleinen Unterschied, wie man auf der Straße angesprochen wird respektive, dass man eben häufiger angesprochen wird. Aber es ist gut für den deutschen Handball und deswegen mache ich das gerne mit“, sagte er. Nach dem gefeierten Auftritt beim „Ball des Sports“ am Samstagabend in Wiesbaden gönnte sich Wolff nur drei Stunden Schlaf und saß am Sonntagmittag schon wieder in München beim „Doppelpass“ von Sport1. „Ich bin im Moment viel unterwegs. Der Hype ist schon ungewohnt. Aber es macht Spaß. Es ist mal eine andere Art und Weise zu leben“, sagte Wolff. Nur privat hat sich nichts geändert. „Ich habe keine Heiratsanträge bekommen“, berichtete Wolff und ergänzte: „Zum Glück. Sonst wäre meine Freundin vielleicht ein bisschen böse geworden.“

Für den Schlussmann, der in der kommenden Saison zum deutschen Rekordmeister THW Kiel wechselt, ist der Handball weiterhin unvergleichlich gut. Dennoch sieht er sich immer aufs Neue in der Pflicht, seine Sportart gegenüber dem allmächtig scheinenden Fußball hervorzuheben. „Ich denke nicht, dass Handball ein Randsport ist. Wir sind immer noch die Nummer eins hinter dem Fußball. Und deshalb führt Handball kein klassisches Dasein als Randsportart“, betonte er.

Bei seinen Auftritten will er weiter für seine Sportart werben. „Ich denke, dass wir einiges für den Handball tun können. Unser Sport ist jetzt sehr stark in den Medien vertreten“, erklärte Wolff. „Wenn man das richtig angeht, wird in Zukunft niemand mehr über Randsportart in Bezug auf Handball reden.“

Loerper löst Kramarcyk ab

Bei den Frauen konnte unterdessen Nationaltorhüterin Katja Kramarcyk (geb. Schülke) ihren Titel nicht verteidigen. Die Leipzigerin, die eine herausragende Weltmeisterschaft im Dezember 2015 in Dänemark spielte, belegte in der Leserwahl dieses Mal Rang zwei. 2012 wählten sie die Leserinnen der HW jedoch schon zur besten Handballerin in Deutschland.

Erstmals den Titel  verdiente sich dagegen die Spielmacherin Anna Loerper, die eine grandiose Bundesliga-Saison spielt und mit der TuS Metzingen die Liga aufmischt. Derzeit belegt Loeper mit 133 Toren den ersten Rang in der Torjägerliste der Frauen-Bundesliga. Nach einer recht langen Eingewöhnungszeit in Metzingen verinnerlicht die quirlige und torgefährliche Regisseurin das Spielsystem des TuS immer besser und ist eine wichtige Säule im Spiel der Süddeutschen geworden. Dritte wurde in diesem Jahr Deutschlands Nationaltorhüterin Clara Woltering, die bereits 2009 und 2010 den Titel gewinnen konnte.

Auffällig ist, dass es sich bei dem diesjährigen Ergebnis der Frauen um eine rein deutsche Auswahl handelt. Nimmt mit den vor kurzem erst zurück getretene Svenja Huber hinzu, handelt es sich bei der Leserwahl 2015 um die aktuelle Nationalmannschaft von Bundestrainer Jakob Vestergaard.  Allein Xenia Smits spielt von den Top-Ten-Spielerinnen nicht in  Deutschland. Sie verdient ihr Geld im französischen  Metzingen.

Die Top-Ten der Männer
Rang    Spieler (Verein)    Punkte
1.    Andreas Wolff (HSG Wetzlar)    6768
2.    Steffen Weinhold (THW Kiel)    4956
3.    Uwe Gensheimer (RN-Löwen)    4218
4.    Rune Dahmke (THW Kiel)    2478    
5.     Steffen Fäth (HSG Wetzlar)    2376    
6.     Andy Schmid (RN-Löwen)    2142    
7.     Carsten Lichtlein (Gummersbach)    1932    
8.    Tobias Reichmann (Kielce/POL)    1638    
9.     Finn Lemke (Magdeburg)    1548    
10.    Matthias Andersson (SG Flensburg)    858

Die Top-Ten der Frauen

Rang    Spielerin (Verein)    Punkte
1.    Anna Loerper (TuS Metzingen)     4884
2.    Katja Kramarcyk (HC Leipzig)    2544
3.     Clara Woltering (BVB Dortmund)    1752
4.    Svenja Huber (Thüringer HC)    1722
5.    Susann Müller (SG BBM Bietigheim)    1272
6.    Angie Geschke (VfL Oldenburg)    926
7.    Isabell Klein (Buxtehuder SV)    858
8.     Julia Behnke (TuS Metzingen)    678
9.    Xenia Smits (Metz Handball/FRA)    642
10.    Shenia Minevskaja (HC Leipzig)    516

 

Alle Gewinner aus 38 Jahren der traditionsreichen Wahl finden Sie in der aktuellen HANDBALLWOCHE Nr. 06 vom 09. Februar.

KOMMENTARE

manfred kuchel, 02.12.16, 19:41 Uhr
Andeas wolf ist der beste torhueter in der welt.reaktionsschnell in allen situationen, weiter so andreas. mehr »
chenlixiang@yahoo.com, 02.11.16, 09:12 Uhr
http://www.true-religion.me.uk http://www.canadagooseoutletsale.com.co http://www.uggslippers.com.co mehr »
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