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Beckers Kunststück

Die Halle bebte. Und die Fans standen Kopf. Nach den beiden unglücklichen Niederlagen gegen DHC Rheinland und MT Melsungen hatte diesmal die TSG Ludwigshafen-Friesenheim das Glück auf ihrer Seite. Dafür durften sich Mannschaft und Fans bei dem jüngsten Akteur auf der Platte bedanken. Junioren-Nationalspieler Alexander Becker sicherte mit seinem verwandelten Freiwurf in der letzten Sekunde den zweiten Heimerfolg. Mit einem Hechtsprung nach rechts warf der Kreisläufer den Ball um die Mauer der Mainfranken herum in das lange linke Eck von Keeper Matthias Andersson.

Danach lagen seine Mannschaftskameraden vor Freude auf ihm. "Ich konnte es einfach nicht fassen", gestand Becker. "Plötzlich sprangen alle auf mich und begruben mich im Freudentaumel. Das war der emotionalste Moment, den ich je erlebt habe", meinte der Nationalspieler. "Ich konnte auch befreit werfen, denn ein Punkt war uns schon sicher", so der Abiturient. "Das war einfach Glück, ich hatte mir auch nicht viel Gedanken gemacht". Doch dieser doppelte Punktgewinn kann am Ende der Saison den Klassenerhalt sichern. Erst recht nach den verlorenen Zählern gegen die Abstiegskonkurrenten.

Vom Spielverlauf her hatte aber der Aufsteiger mehr vom Spiel. Von Beginn an dominierte er das Geschehen, rackerte gegen die Betonabwehr der Mainfranken, hatte auch die Achse Weinhold - Schnäpsmeier im Griff und fand schnell durch den agilen Kreisläufer Evgeni Pevnov immer wieder die Lücke zum gegnerischen Tor. Nach zehn Minuten hatte der 20 Jahre alte Kreisläufer schon vier Tore erzielt, ehe er mit einer Handverletzung vom Feld musste.

Dafür sprang Alexander Becker in die Bresche. Mit Bravour. Robust in Angriff und Abwehr bewies der Schüler, dass er sich zu einer festen Größe im Team von Thomas König etabliert. Der Trainer hat Vertrauen in die jungen Spieler, die auch in der zweiten Hälfte ihre Überlegenheit gegen den TVG bewies. Dennoch musste man 60 Sekunden vor Spielende noch den Ausgleich hinnehmen und den Fans blieb das Zittern nicht erspart. "Beim 25:22 mussten wir alles klar machen, es war ein glücklicher Sieg. Ich denke, vom Spielverlauf war der Sieg dennoch verdient", meinte Friesenheims Trainer König hinterher. Und nach dem Siegtreffer von Alexander Becker gab es kein Halten mehr. Die 2.000 Fans sangen: "Is this the way to Amarrillo?" und genossen das unverhoffte Erfolgserlebnis.