Die jungen Füchse kommen - Berlin bastelt am Team der Zukunft und will noch mehr Spieler aus der Regionalliga-Reserve integrieren - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Die jungen Füchse kommen

Berlin bastelt am Team der Zukunft und will noch mehr Spieler aus der Regionalliga-Reserve integrieren

Intensiver als je zuvor fahren die Berliner Handballfüchse zweigleisig. Erstens musste in der Toyota-HBL die "E-Frage" aus sportlich realistischen Motiven auf die nächste Saison verschoben werden, ohne dass an der in der Hauptstadt enorm gewachsenen Popularität der Mannschaft um Trainer Dagur Sigurdsson irgendwelche Zweifel entstanden wären. So soll das Projekt "Europapokal" im kommenden Jahr wieder angegangen werden.

Zweitens machen die Jungfüchse in der Regionalliga Nordost einen dermaßen guten Job (Aufstieg in die zweiten Bundesliga nach 26:21-Sieg gegen den ärgsten Konkurrenten Usedom am Wochenende gesichert), dass Manager Bob Hanning künftig auf noch höherem Niveau als bislang junge Berliner Spieler (Stichwort "Berlinisierung") für den Einbau in die erste Garnitur vorbereiten kann.

Und drittens wird in der Praxis jetzt schon vieles umgesetzt, was auch in Zukunft realisiert werden dürfte: Alternativspieler aus der ersten Mannschaft können sich im Nachwuchsteam neben dem Training in Pflichtspielen auf das Parkett gehen. So, wie das der junge isländische Internationale Runar Karason bereits öfter getan an, um mehr Spielpraxis zu bekommen. Oder so, wie im Falle des aus der EM handverletzten Konrad Wilczynski, der sich über seinen Einsätzen bei den jungen Nebenleuten in der dritthöchsten Spielklasse wieder in Form brachte (drei Spiele). Umsonst: Der Österreicher zog sich einen schmerzhaften Muskelanriss an der Hüfte zu und muss seine Rückkehr in die Bundesliga wahrscheinlich verschieben.


Sporadische Einsätze

Für zwei Junioren gilt schon lange die Parole: Doppelt genäht hält besser. Rechtsaußen Johannes Sellin und Kreisläufer Colja Löffler, in der Bundesliga von Trainer Sigurdsson mit sporadischen Einsätzen schrittweise an das höhere Leistungsniveau herangeführt, gelten im Nachwuchsteam der Füchse als absolut wichtige Leistungsträger. Sie durchlaufen eine Schule, die Linksaußen Martin Murawski schon in der vergangenen Saison durchlaufen hat.

Eine Ausnahme bildet der hochtalentierte, aber bislang sehr verletzungsanfällige Linkshänder Gabor Langhans, der in dieser Saison zwar zum Bundesligakader gehört, aber sich auf der halbrechten Aufbauposition hinter Mark Bult und Karason nicht hinreichend anbieten konnte und nun am Ende der Saison Berlin Richtung Eisenach verlassen wird.

Der einzige gravierende Rückschlag: Der norwegische Abwehr-Chef Stian Vatne kann in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden. Zusätzlich zu seinen langwierigen Wadenproblemen, die er sich bei der Europameisterschaft in Österreich zugezogen hatte, klagte Vatne über Kniebeschwerden, die nun per Operation behoben werden können. Manager Bob Hanning: "Dadurch, dass uns Stian derzeit wegen seiner Muskelverletzung ohnehin nicht zur Verfügung steht, können wir die Operation gleich vorziehen und müssen damit nicht bis zur Sommerpause warten. So kann er, wenn alles glatt verläuft, eventuell im Laufe der Vorbereitung auf die nächste Saison wieder zur Mannschaft stoßen."


Chance für Göde

Durch Vatnes Fehlen darf Zweimetermann Rico Göde zum Ausklang seines Engagements in Berlin unter Beweis stellen, dass er am Kreis zur Entlastung von Stammspieler Torsten Laen beitragen kann und vor allem im Abwehrzentrum neben Laen, Michal Kubisztal und Mark Bult viel mehr als bisher schultern kann.

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gast, 27.04.10, 12:42 Uhr
es war ein 29:21-Sieg... mehr »
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