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Berlin gelingt die Wachablösung im Osten

Wie sich die Zeiten ändern: Zum ersten Mal traten die Füchse gegen den SC Magdeburg am Sonntagnachmittag in der Favoritenrolle an und wurden dieser ungewohnten Konstellation auch gerecht. 31:25 hieß es nach einer lange hart umkämpften Auseinandersetzung für die Berliner, die damit ihren ersten Erfolg in diesem Jahr feiern konnten. Vor 9.000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle "hatten es beide nach drei Niederlagen verunsicherte Mannschaften nicht leicht, ins Spiel reinzufinden", so Magdeburgs Interimscoach Sven Liesegang. Zumindest bis zur 43. Minute (20:18) hätten noch Wetten über den Ausgang des Ost-Derbys abgeschlossen werden können, so eng lagen beide Leistungspotenziale beieinander.

Ausgerechnet zwei ehemalige Magdeburger drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Nationalkeeper Silvio Heinevetter parierte neben ganz wichtigen Bällen drei Strafwürfe der Gäste von der Börde (zwei von Stian Tönnesen und einen von Robert Weber) und Rechtsaußen Markus Richwien traf sechs Mal, größtenteils mit erfolgreich abgeschlossenen Kontern. Das war auch gegen die anfangs ebenbürtigen Magdeburger auch nötig. Liesegang: "Wir sind gut ins Spiel gekommen und konnten mit der 5:1-Abwehr vor einem starken Torhüter Jürgen Müller sehr gut mit den Füchsen mithalten. Wir konnten aber das Niveau nicht halten."

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson war sichtlich erleichert: "Ja, es gab zunächst auf beiden Seiten einige Nervosität, aber dann hatten wir die Magdeburger immer besser im Griff und haben verdient gewonnen. Mit ausschlaggebend war, dass wir im Rückraum mit Runar Karason und Kjetil Strand die besseren Alternativen hatten als unser Gegner." Füchse-Manager Bob Hanning: "Wir haben ein emotional geführtes, aber gleichzeitig faires Spiel , wieder vor einer großartigen Kulisse, erlebt. Es war auch schön, in einem solch wichtigen Spiel für beide Mannschaften 13 deutsche Spieler auf einmal auf dem Parkett zu sehen." Fazit: Die bessere Abwehr hat das Spiel für sich entschieden. Denn auf das Konto des SC Magdeburg gingen allein in der zweiten Hälfte sechs Ballverluste und insgesamt 20 Fehlversuche gegenüber 14 der Berliner. Was auch nicht vergessen werden sollte: Ivan Nincevic, für den verletzten Konrad Wilczynski eingesprungen, war mit 8/3 Treffern erfolgreichster Fuchs.