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Berliner Füchse zahlen richtig Lehrgeld

Für die gewachsenen sportlichen Ansprüche der Füchse galt nach dem positiven Saisoneinstieg in Minden die erste Heimpartie gegen den TBV Lemgo als echter Gradmesser. Die gehaltvolle Auseinandersetzung avancierte sogar vor 7.320 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle auf Richtung weisende Art: "Wir haben heute viel gelernt", sagte der Berliner Trainer Dagur Sigurdsson nach der 26:29-Niederlage gegen die cleveren Ostwestfalen.

Genauer gesagt: Die neue Füchse-Mannschaft, ihrer namhaften Verstärkungen wegen höher gehandelt als in der vorigen Saison, hat kräftig Lehrgeld gezahlt. Zunächst beherrschte sie die Nummer vier in Handball-Deutschland in den ersten 23 Minuten mit der besseren spielerischen Anlage (11:7), konnte aber daraus kein Kapital schlagen. Dann kämpfte sie sich in der zweiten Hälfte dank des überragenden Spielmachers Bartlomiej Jaszka nach nahezu aussichtslosem Rückstand von sechs Toren in den letzten zehn Minuten bis auf 24:25 wieder heran, vergab aber vom Kreis zweimal freie Chancen (Torsten Laen und Rico Göde), einmal sogar in Überzahl. Kein Glück und daher keine Wende im Spiel?

Nicht ganz. Die Lemgoer brauchten nur einen Torhüter ("Zeitarbeiter" Jesper Larsson in seinem letzten Spiel im TBV-Trikot), weil der Stammkeeper Carsten Lichtlein wegen einer Blinddarmreizung die Reise an die Spree gar nicht erst angetreten hatte. Aber die Interimskraft vom dänischen IFK Kristianstad entpuppte sich trotz "leichter Oberschenkelzerrung" (davon sprach nachher TBV-Co-Trainer Jürgen Franke) als überragender Rückhalt, der neben zwei Strafwürfen von Konrad Wilczynski einige ganz wichtige freie Schüsse der Gastgeber wegfischte. Aber der TBV hatte noch andere Qualitäten: "Zum Schluss hat bei uns das Glück gefehlt und die Routine von Michael Kraus und Holger Glandorf das Spiel entschieden", bilanzierte Trainer Sigurdsson das kampfbetonte Geschehen auf dem Parkett.


Coach Mudrow zufrieden

Der alte und wieder neue Lemgoer Coach Volker Mudrow wollte den ersten Auswärtssieg der Saison nicht zu hoch hängen: "Wir haben zwei Punkte gewonnen. Das ist erst einmal das Wichtigste. Und wir haben am Anfang trotz erheblichen Rückstandes die Ruhe bewahrt und gut in das Spiel gefunden. Ja, wir haben in der zweiten Hälfte sogar ein sehr gutes Spiel gemacht. Der einzige Makel: Wir konnten den souveränen Vorsprung nicht halten".

Trotz der schließlich knapp verpassten Siegchance war Füchse-Manager Bob Hanning zufrieden. Er sagte: "Wie unsere Mannschaft wieder zurück ins Spiel gefunden hat, betrachte ich als ein Qualitätsgewinn." Gezeigt hat sich aber auch, dass sich die Berliner in Abwehr und noch viel mehr im Angriff noch verbessern müssen.