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THW Kiel nach dem Transfercoup

Beruhigungspillen für die Konkurrenz

Rekordmeister THW Kiel holt den Kapitän des Olympiasiegers und verteilt zugleich Beruhigungspillen an die Konkurrenz.

Der Champions-League-Sieger rüstet mit der Verpflichtung des 33-jährigen Franzosen Jerome Fernandez jedoch nicht ins Unermessliche auf, um die Konkurrenz in Grund und Boden zu stampfen, er stopft lediglich Löcher. Das ist die Botschaft des Klassen-Primus an die Rivalen. «Mit dieser Verpflichtung wollen wir die wenigen gesunden Rückraumspieler, die wir noch haben, entlasten», sagte THW-Manager Uli Derad.

Rückraumspieler Fernandez, der er in 303 Länderspielen bereits Olympia-Gold, den WM- und EM-Titel geholt hat, soll Feuerwehr spielen, weil die Weltklasseleute Daniel Narcisse und Kim Andersson lange Zeit ausfallen. Andersson fehlt wegen einer Knieoperation wohl noch bis November, Narcisse liegt nach einem Kreuzbandriss bis März oder April 2011 auf Eis. Im rechten Rückraum zieht derzeit nur Christian Zeitz seine Kreise.

Ohne das verletzte Duo sieht der THW seinen gewohnten Tanz auf allen Hochzeiten (Meisterschaft, Pokal, Champions League) aber zum Stolperfestival verkommen. Denn wo zweimal Weltklasse fehlt, hilft kein Durchschnitts-Ersatz. «Wenn wir den nicht nehmen und ein weiterer Rückraumspieler verletzt sich, würde ich hier aufgehängt werden», beschrieb Trainer Alfred Gislason die Situation drastisch.

Also griff der THW dankbar zu, als BM Ciuad Real Fernandez plötzlich ablösefrei ziehen ließ. Der dreimalige Champions-League- Sieger soll in finanziellen Zwängen stecken, weil die Kommune den Verein - wie Milliardär Domingo Díaz de Mera - nicht mehr unterstützt. Folglich sollen Gehälter gespart werden. Dass Fernandez, der 2011 ohnehin in seine Heimat zurückwollte, ausgerechnet zum Erzrivalen nach Kiel wechselt, schmeckt den Spaniern selbstredend nicht.

Was jetzt helle Freude in Kiel auslöst, könnte in einigen Monaten zum Problem werden. Sind alle Rückraumspieler gesund, ist einer zu viel. «Andersson, Narcisse und Fernandez können gemeinsam nicht spielen», sagte Derad. Deshalb endet Fernandez' Vertrag Ende der Saison. Bezahlt wird der Franzose, den es auch zu seinen Freunden Thierry Omeyer und Narcisse bei den Kielern zieht, durch die einbehaltenen Gehälter der Langzeitverletzten. Die werden von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft mit einem Sockelbetrag versorgt. «Unterm Strich zahlen wir nicht drauf», bestätigte Derad.

 

KOMMENTARE

preetzer, 15.09.10, 21:06 Uhr
Lieber Titel hammstern als in Schönheit sterben. Also wenn das kein toller Clou des THW ist.... da kann die Konkurenz mehr »
Sander, 14.09.10, 08:35 Uhr
Der Attraktivität nützt dieser Einkauf definitiv nicht, hingegen dem gewohnten Erfolgsstreben. Ich hatte gehofft, dass mehr »
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