Kritik am Meldesystem - Bitter verteidigt Anti-Doping-Protest - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Kritik am Meldesystem

Bitter verteidigt Anti-Doping-Protest

Nationaltorhüter Johannes Bitter hat die Protestaktion der Handballer gegen das Anti-Doping-Meldesystem Adams verteidigt.

«Wir haben dort einen großen Missstand, bei dem Sportler sehr stark in ihrer Privatsphäre eingeschränkt werden und der Datenschutz verletzt wird», sagte der Schlussmann des Bundesliga-Ersten HSV Hamburg und Vorsitzende der Spielervereinigung GOAL in einem Interview der «Frankfurter Rundschau».

Zahlreiche Handballer hatten am Weihnachts-Spieltag als Aufenthaltsort nur den Namen der Spielervertretung eingetragen. «Wir wollen dadurch mehr Gehör bekommen. Und das haben wir erreicht», sagte Bitter. Neben den Handballern hatten sich auch Basketballer aus der Bundesliga an der Aktion beteiligt. Auslöser dafür war die Vorgabe im Anti-Doping-Kodex, dass viele Athleten ihren Aufenthaltsort bis zu drei Monate im Voraus angeben müssen.

Für ihren Protest waren die Spieler sowohl von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) als auch vom Athletensprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), dem Eisschnellläufer Christian Breuer, kritisiert worden. «Es ist völlig in Ordnung, dass es auch hier unterschiedliche Standpunkte gibt. Allerdings fand ich die Argumentation nicht sonderlich stichhaltig. Auch vom DOSB- Athletensprecher, der ja für alle Sportler sprechen sollte, hätte ich mir differenziertere Aussagen erhofft», konterte Bitter.

Der Torhüter stellte erneut klar, dass die Aktion nicht gegen Dopingkontrollen gerichtet war. «Ich möchte betonen, dass wir effektive Dopingkontrollen brauchen und diese nicht zu ersetzen sind», sagte der Hamburger. Er kündigte an, dass die Handballer an einer Optimierung des Kontrollsystems mitarbeiten wollten. «Wir werden in naher Zukunft einen Forderungskatalog erstellen und diesen unter anderem mit der NADA diskutieren», erklärte Bitter.