SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel - SG Flensburg - Christiansens letztes Derby - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
THW Kiel - SG Flensburg

Christiansens letztes Derby

Lars Christiansen war sehr beeindruckt. Mit diesem Empfang hatte der Linksaußen der SG Flensburg-Handewitt nicht gerechnet. Nicht in der "Höhle des Löwen", in der Heimstätte des Erzrivalen THW Kiel. Schon vor dem Anpfiff seines 46. und letzten Schleswig-Holstein-Derbys verabschiedeten die "Zebras" die Flensburger-Handball-Legende, die im Sommer in die Heimat Dänemark zurückkehren wird. Der fast 38-Jährige wurde mit Geschenken überhäuft, während die Kieler Fans ein Banner mit dem Schriftzug "Ein ganz Großer verlässt die Bühne - wir wünschen dir alles Gute" entrollten. "Er hat uns in 14 Jahren nicht nur handballerisch, sondern auch mit sportlicher Fairness überzeugt", sagte Hallensprecher Rolf Körting. Worte, die die 10000 Zuschauer mit stehenden Ovationen untermalten. "Ich hatte Gänsehaut -- und das in einer fremden Halle", zeigte sich Lars Christiansen überrascht. "Das war ein fast perfekter Abend."
Das "fast" bezog sich auf die 60 Minuten Handball. Die Flensburger mussten -- wie erwartet -- beide Zähler in der Landeshauptstadt lassen. Bis zum 17:18 boten die Gäste Paroli, dann hatten sie keine Chance mehr und unterlagen dem THW mit 23:29. "Die Kieler haben eine tolle Mannschaft", sagte Lars Christiansen. "Wenn es eng wird, zieht die einfach davon." Er selbst konnte dem Derby nur 30 Minuten den Stempel aufdrücken. Im ersten Durchgang erzielte der Linksaußen fünf Tore."Schnörkellos", wie ein Kieler Fan anerkennend meinte. Seine Gesamtbilanz wuchs auf 2844 Bundesliga-Treffer, nur 61 Tore weniger als Rekordtorjäger Kyung-Shin Yoon (ehemals HSV Hamburg). Nach dem Pausentee scheiterte der Däne bei einem Siebenmeter an THW-Schlussmann Peter Gentzel und musste bald darauf seinem Landsmann Anders Eggert Platz machen.
Vielleicht schonte SG-Trainer Per Carlén seinen Star für die anstehende "dritte Halbzeit". Nach dem Schlusspfiff erfüllte Lars Christiansen eine große Zahl von Autogrammwünschen der Kieler Fans. "Ich muss in der Vergangenheit einiges richtig gemacht haben", sagte der Belagerte. "Ich habe von meinem Elternhaus mitbekommen, dass ich mich so geben soll, wie ich bin." Dann sagten die THW-Anhänger: "Tschüss, Lars Christiansen!" Er hielt sich mit Abschiedsworten allerdings zurück. Für ihn schloss sich nur das Derby-Kapitel, aber nicht die letzte Saison in Flensburg. Lars Christiansen möchte mit einem Titel nach Dänemark zurückkehren. Die SG steht im Halbfinale des EHF-Cups. "Wir stehen ganz eng zusammen und funktionieren als Mannschaft", glaubt er an den finalen Triumph.

KOMMENTARE

Siegfried Plehn aus Bielefeld, 13.04.10, 18:06 Uhr
Applaus für Lars Christiansen in Kiel: das ist eben Handballerniveau! Handballerpublikum ist glücklicherweise anders, mehr »
Ulrich M. aus Salzgitter, 11.04.10, 16:57 Uhr
Ein toller Typ, der Lars Christiansen, wo immer er in deutschen Hallen auftauchte. Nicht nur die Flensburger Fans werden mehr »
Alle Kommentare lesen (3)
Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Meinung.
  • E-Mail-Adresse und Namen
    merken
  • (*Pflichtfelder; E-Mail-Adresse
    wird nicht veröffentlicht)
  • Kommentar absenden