Neuer Rekord-Etat in der Bundesliga - Clubs dürfen 71 Millionen Euro ausgeben - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Neuer Rekord-Etat in der Bundesliga

Clubs dürfen 71 Millionen Euro ausgeben

Mit dem Rekord-Etat von 9,5 Millionen Euro plant der deutsche Handball-Meister THW Kiel neue Erfolge in der Saison 2010/11. Die Konkurrenz aus Hamburg, Flensburg und Mannheim will nicht tatenlos zusehen. Alle drei Clubs stockten ebenfalls ihre Budgets auf.

Ein gewisser Stolz schwang in der Stimme von Uli Derad mit, als der Geschäftsführer bei der offiziellen Saisoneröffnungs-Pressekonferenz den Etat des THW Kiel für die neue Spielzeit verkündete. «Der Etat beträgt 9,5 Millionen Euro. Das ist Rekord. Wir wollen um jeden Titel mitspielen, und auch den einen oder anderen einfahren», sagte Derad. Nach einer Umfrage stehen den 18 Bundesliga-Vereinen insgesamt rund 71 Millionen Euro zur Verfügung. In der vergangenen Spielzeit waren es noch ca. 68,5 Millionen Euro.

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga GmbH, wollte kein Pauschalurteil zu den neuen Etatzahlen abgeben: «Es ist einfach schwierig, dies zu bewerten. Wir als Ligaverband haben Sorge zu tragen, dass nur so viel ausgegeben wird, wie auch eingenommen wird», sagte Bohmann. Er betonte, dass die wirtschaftliche Stabilität der Liga eines der Hauptziele des Ligaverbandes sei: «Wir sind die stärkste Handballliga der Welt. Aber dies ist ein ständiges Rennen, in dem wir uns keine Fehler erlauben können. Wir müssen unsere Wirtschaftskraft stetig verbessern.»

Dies scheint in Kiel ein Jahr nach den Manipulationsvorwürfen gegen den ehemaligen Manager Uwe Schwenker gelungen. «Wir sind sportlich, finanziell und organisatorisch sehr gut aufgestellt», erklärte THW-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus-Hinrich Vater. In der vergangenen Spielzeit betrug der Kieler Etat noch 7,5 Millionen Euro.

Der HSV Hamburg unternimmt nach dem Gewinn des Supercups gegen Kiel einen erneuten Anlauf, die Meisterschale an die Alster zu holen. «Die Titelvergabe darf nur über den HSV gehen», sagte HSV-Trainer Martin Schwalb. Und in Hamburg scheinen die Zuschauer an die Mission «Deutsche Meisterschaft 2011» zu glauben. Über 5600 Dauerkarten wurden bereits verkauft, das bedeutet Vereinsrekord und einen um eine Million auf 8,5 Millionen Euro gestiegenen Haushalt.

Konkrete Etatzahlen vom Geheimfavorit Rhein-Neckar Löwen sind nicht zu bekommen. In Mannheim schweigen die Verantwortlichen zu ihren finanziellen Möglichkeiten und präsentieren viel lieber hochkarätige Neuzugänge wie beispielsweise Børge Lund (THW Kiel) oder den kroatischen Nationalspieler Ivan Cupic. Nach Medienberichten soll der Löwen-Etat bei rund 7,5 Millionen Euro liegen.

Bei der SG Flensburg-Handewitt hofft Geschäftsführer Holger Kaiser auf einen ähnlichen Effekt wie in der Vorsaison, als sich das Team trotz erheblicher finanzieller Probleme einen Platz in der Champions League ergatterte. Für die Spielzeit 2010/11 konnte die SG den Haushalt um 300 000 Euro auf fünf Millionen Euro aufstocken. «Nicht der Etat ist entscheidend, sondern die Mannschaft», betonte Kaiser.

Doch nicht alle 18 Vereine der Bundesliga haben ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die neue Spielzeit erhöht. Der TBV Lemgo soll laut Medienberichten seinen Etat um 1,2 Millionen Euro auf nunmehr 5,2 Millionen Euro reduziert haben. Etat-Schlusslicht in dieser Saison ist DHC Rheinland mit 1,2 Millionen Euro.

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