Rhein-Neckar Löwen - Interview mit Thorsten Storm (Rhein-Neckar Löwen) - „Das Bild fügt sich zusammen" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Thorsten Storm (Rhein-Neckar Löwen)

„Das Bild fügt sich zusammen"

Seit 2007 ist Thorsten Storm nun Manager der Rhein-Neckar Löwen. In diesen drei Jahren gelang es dem badischen Club nicht, den eigenen Anspruch mit der sportlichen Wirklichkeit zur Deckung zu bringen. In dieser Spielzeit soll nun alles anders – vor allem aber besser werden. Und mit der möglichen Qualifikation zur Champions League, deren letzter freier Platz in einem Wildcard-Turnier Anfang September (3. bis 5. September) in Mannheim ausgespielt wird, könnte der erste Paukenschlag bereits gelingen. Der 45-jährigen Manager der Löwen, der soeben seinen bis 2012 laufenden Vertrag um weitere drei Jahre (bis 2015) verlängerte, im Interview.

> Sind Sie in die USA gereist, um der Battle of Chicago beizuwohnen?

Thorsten Storm: Nein, die Zeit hatte ich leider nicht. Meine Schlachten finden hier in Deutschland statt. Wir haben alle viel zu tun.

Aber die Rhein-Neckar Löwen leisten doch schon ihren Beitrag, um die Kooperation zwischen dem US-Handball und der Liga mit Leben zu füllen.

Einige unserer wichtigsten Mitarbeiter waren dabei. Und ich hoffe, sie sind alle wohlbehalten zurückgekehrt. Das reicht, denke ich.

> Ist Ihre Nicht-Anwesenheit in Chicago den Vorbereitungen auf die neue Saison geschuldet?

Das kann man so stehen lassen.

 > In diesem Zusammenhang sei die Frage gestattet: Wie geht es Karol Bielecki?

Er ist ein großer Kämpfer. Das merkt er in dieser für alle schwierigen Situation gerade selbst erst. Er steht im Kader und er hat mit der Vorbereitung auf die Saison begonnen. Wir müssen abwarten.

> Wird er jemals wieder für die Löwen Handball spielen?

Das hoffen wir alle. Ganzheitlich absehen kann man das auf dem Niveau, über das wir hier bei den Löwen sprechen, allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht.

> Was die neue Spielzeit betrifft, ist vieles andere ja bereits bekannt. Fassen Sie die personellen Veränderungen noch einmal zusammen.

Mit Ivan Cupic, Robert Gunnarsson und Börge Lund kommen drei international erfahrene Spieler dazu, die genau wie Andy Schmid zudem richtig gute Typen für die Mannschaft sind. Der gesamte Kader hat sich in den zurückliegenden drei Jahren sehr stark verändert. Jetzt sind viele Verträge mit Leistungsträgern langfristig verlängert worden. Zudem kommt mit Krzysztof Lijewski 2011 ein weiterer Top-Spieler zu uns. Das Bild fügt sich zusammen.

> Olafur Stefansson wurde soeben am Knie operiert. Ist es denkbar, dass er bis zum Saisonstart in sechs Wochen wieder fit ist?

Er ist für uns mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz ein enorm wichtiger Mann. Wir hoffen, dass er in drei bis vier Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigt und zum Saisonbeginn dabei sein kann. Schließlich steht gleich am Anfang auch das Qualifikationsturnier für die Champions League auf dem Plan. Da werden wir ihn brauchen.

> Für das Benefizspiel zugunsten der Familie des verstorbenen Oleg Velyky wird er aber nicht fit werden. Offenbar fühlt sich der Club seinem ehemaligen Spieler noch immer verbunden…

Oleg Velyky war ein herausragender Spieler und eine große Persönlichkeit. Er war zudem der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen. Es ist uns eine Ehre, für seine Familie und ihm zu Gedenken, dieses Spiel gegen die Weltauswahl am 26. Juli auszurichten. Wir bedanken uns zudem bei allen Clubs und deren Spieler, die uns dabei unterstützen. Und bei allen Fans, die zum Spiel kommen werden. Es ist eine Aktion der Group Club Handball, die damit ebenfalls große Solidarität zeigt.

> Es gibt ein weiteres vorsaisonales Großereignis. Die Löwen sind Gastgeber des Wildcard-Turniers um den letzten noch freien Champions-League-Platz. Wie kam es dazu?

Zunächst kam es dazu, weil wir in der abgelaufenen Saison leider, aber verdientermaßen nur Vierter geworden sind und damit die direkte Qualifikation über die Bundesliga verpasst haben. Seit dem vergangenen Jahr gibt es dieses Turnier um weitere Startplätze für die Champions League. Im letzten Jahr scheiterte dort der TBV Lemgo. Wir wollen es nun besser machen und freuen uns, dass die EHF das Turnier in diesem Jahr nach Deutschland vergeben hat.

> Wie wichtig wäre es, die Qualifikation zu gewinnen?

Sehr wichtig. Alle anderen Wettbewerbe sind sportlich nicht mit der Champions League vergleichbar. Wenn du nach vorne willst, muss du dich auf diesem Niveau durchsetzen.

> Im Pokal sind Sie in der vergangenen Saison erst im Finale nach Verlängerung am HSV Hamburg gescheitert, in der Meisterschaft aber einiges schuldig geblieben. Was nehmen Sie sich für die neue Spielzeit vor?

Wenn wir es in jedem Wettbewerb etwas besser machen, kann auch etwas Zählbares dabei herauskommen. Aber in der Tat sind wir in der Bundesliga zu inkonstant gewesen. Das muss besser werden. Ansonsten hoffe ich auf attraktiven Handball unserer Mannschaft. Die Ziele sind bei uns ohnehin immer die gleichen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen!

> Und wer, glauben Sie, wird Meister?

Eine der Mannschaften, die im vergangenen Jahr unter den ersten Vier gelandet ist.