Rhein-Neckar Löwen - Vor dem Dreierpack THW Kiel – Rhein Neckar Löwen: Börge Lund im HW-Interview über seine neue Rolle in Mannheim - Das Ex-Zebra und die Löwen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Vor dem Dreierpack THW Kiel – Rhein Neckar Löwen: Börge Lund im HW-Interview über seine neue Rolle in Mannheim

Das Ex-Zebra und die Löwen

Drei Mal in zehn Tagen treffen vom 21. November und 1. Dezember der THW Kiel und die Rhein Neckar Löwen aufeinander.  Zunächst zweimal in der Champions League (21. in Kiel, 26. in Mannheim), dann am 1. Dezember in der Bundesliga, wieder in der SAP-Arena. Einer freut sich ganz besonders auf diese Partien: der Norweger Börge Lund. Nach zwei Jahren beim THW wechselte er als Champions-League-Sieger und Deutscher Meister zu den Löwen – zurück zu seinem Nordhorner Ex-Trainer Ola Lindgren, der mittlerweile durch Gudmundur Gudmundsson ersetzt wurde. Im Interview mit der Handballwoche ordnet der norwegische Nationalspieler die Partien ein und berichtet auch von seiner neuen Rolle bei den Löwen.

> Dreimal in etwas mehr als einer Woche treffen Sie mit den Rhein Neckar Löwen auf Ihren Ex-Club aus Kiel. Wie lautet Ihr Ziel?

Börge Lund:  Ich hoffe, wir können sechs Punkten aus diesen Partien holen.

> Werden dass besondere Spiele für Sie?

Die jeweils 60 Minuten auf dem Feld sicherlich nicht, wobei ich mich allerdings auf die Fans in der Ostseehalle freue, wo wir zuerst antreten. Das ist ein normales Spiel – aber alles andere wird schon besonders werden.

> Denken Sie noch an den Champions-League-Sieg und das Finale gegen Barcelona zurück, als sie eine spielentscheidende Rolle spielten?

Das ist nicht immer präsent, aber es war schon ein ganz großer Moment gewesen, als wir die Trophäe nach oben rissen.  Ich bin aber nicht der Typ, der so viel in die Vergangenheit schaut.

> Welche Bedeutung haben die Champions-League-Spiele gegen den THW, schließlich sind beide Teams punktgleich an der Spitze?

Natürlich eine sehr hohe Bedeutung – aber das haben die Spiele gegen Barcelona und Celje im Februar und März auch in dieser sehr starken Gruppe.

> Heißt das erste Ziel der Löwen in der  Champions League jetzt Gruppensieg?

Erstes Ziel ist, jedes Spiel zu gewinnen. Wenn uns das gelingt, sind wir Gruppensieger, aber das wird wahrlich nicht einfach angesichts der Konkurrenten.

> Haben die Löwen in dieser Saison die Chance, das Final4 in Köln zu erreichen?

So weit denke ich derzeit überhaupt nicht, das ist noch so weit weg.

> Konnten die Löwen den Abstand zum THW in dieser Saison verringern?

Ich denke schon, auch wenn wir nun erst gegen die Kieler spielen müssen. Kiel ist und bleibt eines der besten Teams der Welt, da muss schon alles passen, wenn wir gewinnen wollen.

> Haben die Löwen einen Vorteil, weil sie das Rückspiel zu Hause haben?

Ich denke, das ist egal. Viel schwerer ist es, drei Mal in zehn Tagen gegen die gleiche Mannschaft zu spielen, das ist eine Herausforderung auch für den Kopf und nicht einfach.

> Haben die Löwen unter dem neuen Trainer Gudmundsson schon ihr Optimum erreicht oder wie viel Prozent fehlen noch?

Das kann man in Prozent nicht festmachen, ich denke, Gudmundsson bringt einiges Neues ein, was unsere Spielweise betrifft. Das ist ein langer Prozess. Aber ich denke, wir können uns sicherlich noch ein paar Prozent steigern.

> Ein Grund für Ihren Wechsel von Kiel zu den Löwen war, dass Sie mehr Spielanteile im Angriff erhalten wollten. Sind Sie in dieser Hinsicht zufrieden?

Ja, der Grund ist richtig, aber auch bei den Löwen bekommt man seine Spielanteile im Angriff nicht geschenkt, sondern man muss sie sich erarbeiten. Das Team steht im Vordergrund, und da muss jeder Leistung bringen. Und wenn einer mal außer Form ist, muss eben ein anderer ran.