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Hoffnungsschimmer beim THW Kiel

Das Lazarett lichtet sich

Drei Pokale hatten die "Zebras" im Reisegepäck, als sie am Sonntag gegen 23.30 Uhr mit dem Bus in Kiel einrollten. Den großen "Pott" für den 38:29-Finaltriumph beim Jahrhundertturnier des TBV Lemgo gegen Ungarns Meister MKB Veszprem, die kleineren für den besten Turnierspieler Marcus Ahlm und Torjägerkönig Momir Ilic. Der THW Kiel ist in der Saisonvorbereitung damit weiter unbesiegt.
Die Erfolge gegen Montpellier (35:33) und Veszprem waren umso bemerkenswerter, weil sie mit einem Mini-Kader erzielt wurden. Personell pfiff der THW auf dem letzten Loch, hatte nur noch zwei Außen und den von einem grippalen Infekt geschwächten Aron Palmarsson auf der Auswechselbank.

Dennoch trumpften die Kieler auf, überzeugten als Mannschaft und mit individuellen Fähigkeiten. So Daniel Narcisse. "Air France" befindet sich nach seinem Kreuzbandriss auf dem direkten Weg zu alter Stärke. Er fühle sich gut, habe Spaß, "was mir noch fehlt, ist die Konstanz", sagt der Franzose. Gut in Schwung kommt nach einjähriger Pause auch wieder Kim Andersson, der Schwede musste nach dem Verletzungsrückschlag von Christian Zeitz allein auf Halbrechts durchspielen, er löste die Aufgabe beeindruckend.

Einen anerkennenden Trainer-Klapps gab es zudem für den jungen Tobias Reichmann, auf schnellen Beinen verwandelte der Rechtsaußen treffsicher und sehenswert vier Gegenstöße. "Heute haben alle gut gespielt", freute sich Momir Ilic, der seine Frühform auch in Lemgo unterstrich, mit 21 Toren in zwei Spielen Leistungsträger war.

Am kommenden Wochenende stehen die Kieler beim Schlecker-Cup in Ehingen erneut auf dem Prüfstand. Aron Palmarsson ("Kein Problem") ist dann ganz sicher wieder dabei. Optimistisch ist Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker für Milutin Dragicevic, der mit "einem drohenden Darmverschluss" das Krankenhausbett hüten musste. "Er kann wieder mit dem Training beginnen." Die Wadenverhärtung bei Daniel Kubes dürfte laut Brandecker ebenfalls bis Ehingen verheilt sein. Physiotherapeutische Maßnahmen sollen die Schulterschmerzen von Christian Zeitz beheben. Komplikationen nach der Verletzung in der rechten Schulter seien für den Rückschlag verantwortlich gewesen, er sei vorsichtig optimistisch, dass Zeitz langsam ins Training zurückkehren könne. Das gleiche gelte für Filip Jicha, der seit zehn Tagen wegen Schmerzen im Achillessehnenbereich pausiert. "Filip wird sich herantasten, Ehingen kommt aber zu früh." .