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Füchse wie im Rausch

Das Wunder von Berlin

Die Füchse wie im Rausch, der THW Kiel konsterniert: Noch minutenlang dröhnte das «Oh, wie ist das schön» der Berliner Fans nach dem überraschenden 26:23-Sieg über den Champions-League-Sieger durch die Max-Schmeling-Halle.

«Dieses Spiel war der Durchbruch für den Handball in Berlin, wir haben uns auf der Bundesligakarte festgesetzt», sagte Füchse-Kapitän Torsten Laen. «Wir haben uns heute zu viele Fehler geleistet und ärgern uns über unsere eigene Leistung», meinte THW-Coach Alfred Gislason. Fehler hatte sich der Meister im Angriff geleistet, wo neben Filip Jicha (13/2 Tore) die Alternativen fehlten. Umso wichtiger wird in den kommenden Wochen Neuzugang Jerome Fernandez sein, der in seinem ersten Pflichtspiel für den THW zumindest die Abwehr unterstützen konnte. Vor dem Auftritt hatte der Franzose allerdings erst zwei Trainingseinheiten mit seinem neuen Team bestritten, für die Wende konnte er in Berlin nicht sorgen.

Dabei hatte der Top-Favorit den aufstrebenden Hauptstadtclub keineswegs unterschätzt. Wie der THW, so waren auch die Füchse vor dem Aufeinandertreffen mit vier Siegen verlustpunktfrei in die Saison gestartet. Eine echte Standortbestimmung fehlte den Berlinern allerdings, die Auftaktspiele wurden ausschließlich über die Abwehr- und Torhüterleistung gewonnen.

Trotz der Euphorie unter den 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bleiben die Berliner realistisch. «Die zwei Punkte gegen den THW Kiel waren sicherlich nicht eingeplant, aber es sind zwei wichtige Pluspunkte beim Ziel, uns im Vergleich zum Vorjahr zu steigern», sagte Geschäftsführer Bob Hanning, für den die Tabellenführung nur eine Momentaufnahme ist.

Der dänische Kreisläufer Laen bildet gemeinsam mit dem kroatischen Neuzugang Denis Spoljaric den Innenblock der Berliner und hat damit großen Anteil am bisher überragenden Saisonverlauf. Im Angriff fand nun auch Spielmacher Bartlomiej Jaszka zu alter Stärke und brachte vor allem die beiden weiteren Neuzugänge Alexander Petersson und Sven-Sören Christophersen ins Spiel.

Größter Rückhalt des Teams war aber Torwart-Titan Silvio Heinevetter, der 45 Prozent aller Kieler Würfe entschärfte und vor allem in kritischen Phasen die Übersicht behielt. «Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass es klappen kann. Sicher muss alles stimmen, um Kiel zu schlagen. Heute war das der Fall», meinte der Keeper strahlend.

Anteil an der Erfolgsserie der Füchse - die letzte Heimniederlage liegt mittlerweile über acht Monate zurück - hat Trainer Dagur Sigurdsson, der seinem Team Selbstvertrauen gibt. «Wir sind eine Mannschaft und wollen uns von Spiel zu Spiel steigern», sagte Kapitän Laen, während der Coach auch Rückkehrer Mark Bult lobte, der innerhalb einer Woche ins Team integriert wurde.