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Der Blick geht weit nach vorn

Was tun, wenn nach drei Vierteln der Saison die Spielzeit eigentlich schon gelaufen ist? Wenn weder nach oben Richtung Qualifikation für die europäischen Pokalwettbewerbe etwas geht, noch nach unten Gefahr um den Klassenerhalt besteht? Ganz einfach: Neue Ziele setzen. Genau das tut Ryan Zinglersen. "Wir wollen Zehnter werden", sagt der Trainer der MT Melsungen acht Spieltage vor Schluss. Ein Ziel, dass er mit drei Kollegen teilt. Magdeburg, Lübbecke, Melsungen und Wetzlar bilden das (weitgehend) sorgenfreie Mittelfeld der Liga und sind derzeit nur einen Punkt voneinander getrennt. Darum dürften die direkten Duelle gegen den SCM (12. Mai), in Wetzlar (29. Mai) und am letzten Spieltag gegen Lübbecke (5. Juni) noch mal für richtig Spannung sorgen.


Spielerische Fortschritte

Wichtiger noch als das nackte Punktekonto sind dem Melsunger Coach allerdings die spielerischen Fortschritte seiner Mannschaft. "Wir haben noch Potenzial", weiß der 48-Jährige. Sein Team hatte sich, wie von ihm angestrebt, phasenweise als kompakte Einheit präsentiert, diese Linie aber (noch) nicht 60 Minuten lang durchhalten können. Wie gegen Hamburg, als eine 18:16-Führung (37.) noch in eine 28:35-Niederlage mündete. Wie in Gummersbach (30:34), wo individuelle Fehler in der zweiten Halbzeit eine Überraschung unmöglich machten. Und beim 34:34 in Minden gaben die Nordhessen völlig unnötig einen Punkt ab, weil sie nach verheißungsvollem Beginn gleich beim ersten Widerstand des Gegners in alte Muster verfielen.

Als der Spielfaden erstmal gerissen war, fehlten ihnen offenbar die Möglichkeiten, ihn neu zu knüpfen. Ausgerechnet als die Mannschaft erstmals in der Rückrunde komplett war, nachdem zuvor dauernde Umstellungen aufgrund von Verletzungen (Anusic, Junillon, Vuckovic) den von Zinglersen angestoßenen Lernprozess gestört hatten.

Nun heißt es umbauen: Klitgaard, Tellander, Junillon und Stojanovic, an dem Lübbecke interessiert ist, werden den Club verlassen. Als Neuzugänge stehen bisher zwei Linksaußen fest: Michael Allendorf (Wetzlar) und Chris Zufelde (Schwerin). Weitere Verstärkungen für den linken Rückraum und am Kreis sind geplant. Zwei Fälle für den Sportlichen Leiter Alexander Fölker, der derzeit viel auf Reisen ist. Natürlich mit Blick auf den Vierkampf um den zehnten Platz.