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TSV HHannover-Burgdorf kann Duellen gegen THW Kiel entspannt entgegen sehen

Der Druck ist (erst einmal) vom Kessel

Der Druck bei der TSV Hannover-Burgdorf ist nach dem 30:24-Sieg gegen HBW Balingen-Weilstetten erst einmal vom Kessel. Im Blickpunkt des Duells standen die beiden Torhüter. Da war auf der einen Seite Nenad Puljezevic, der seinen Vertrag um eine weitere Spielzeit bis zum 30. Juni 2013 verlängert hat, und auf der anderen Seite Martin Ziemer, der im Sommer nach Hannover wechselt und dann in der kommenden Saison mit Puljezevic das Gespann bei den Niedersachsen bildet. Der fast 39-jährige "serbisch-ungarische Bär" hatte diesmal die Glanzpunkte auf seiner Seite, setzte seiner Leistung noch ein Sahnehäubchen auf und trug sich in der 41. Minute mit einem langen Abwurf über den verduzten Ziemer hinweg sogar in die Torschützenliste ein. Ziemer konnte dem hannoverschen Publikum zwar andeutungsweise seine Klasse schon einmal beweisen, wurde aber ausgerechnet in diesem Spiel zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

An Burgdorf denkt der 27-jährige Nationaltorhüter allerdings noch nicht. "Bis zum Sommer gilt meine ganze Konzentration HBW. Ich bin stolz bei Balingen-Weilstetten zu spielen, habe dem Verein viel zu verdanken und werde mir bis zum letzten Match den Hintern aufreißen. Ich hätte mir hier ein anderes Ergebnis gewünscht", sagte Ziemer und musste erkennen, "dass wir das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren haben." Hannovers Geschäftsführer Benjamin Chatton, der bis zum letzten Sommer noch in Balingen tätig war, freute sich über den Erfolg gegen seinen ehemaligen Klub und nahm es dankend an, "dass unser Gegner nicht zu seiner Bestform gefunden hat." "Es war", gab der 30-Jährige zu, "für mich schon eine besondere Partie. Immerhin hatte ich das Vergnügen, mit Trainer Dr. Rolf Brack das aktuelle HBW-Team noch zusammenstellen zu dürfen. Und da ich ja erst ein gutes halbes Jahr weg bin, gibt es schon noch gute Kontakte zum Umfeld und einigen Spielern."

Der Sieg war für Chatton aber noch aus einem anderen Grund eminent wichtig. Der "Kieler Woche" mit den beiden Duellen gegen den THW binnen fünf Tagen - am Dienstag zunächst im DHB-Pokal-Viertelfinale und am Sonntag dann im Punktspiel - lässt sich so etwas entspannter entgegen sehen. "Angst haben wir nicht. Dann bräuchten wir ja gar nicht erst antreten. Auch bei einer Übermannschaft hält eine Serie nicht ewig", orakelt Trainer Christopher Nordmeyer und hat dabei im Blick, dass die Kieler erst am Sonntag das schwere Champions-League-Spiel bei AG Kopenhagen hatten. "Es ist schwer, die Konzentration über eine so lange Zeit dauerhaft hochzuhalten", unkt Nordmeyer und hat die Pokalaufgabe im Fokus. "Wir können für die TSV Geschichte schreiben und erstmals das Final-Four erreichen", träumt der Chefcoach von einer Überraschung und hofft, dass seine Schützlinge mit dieser Aussicht über sich hinauswachsen.

Wirtschaftlich sind die beiden kurz aufeinander folgenden Duelle gegen den THW Kiel für die Niedersachsen eher unschön. Während das Punktspiel am Sonntag fast ausverkauft ist, wird die AWD-Hall zum Pokalfight wohl nur zur Hälfte gefüllt sein. "Die Anwurfzeit 20.45 Uhr unter der Woche ist aber auch eine Katastrophe", meint Pressesprecher Holger Staab.