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Vor dem Nordschlager HSV gegen SG

Der Fall Carlén: Die Gerüchteküche brodelt

Die Gerüchteküche produzierte in den letzten Monaten viele Geschmacksrichtungen. Wenn man den „Köchen“, spricht den Medien, glauben schenkt, kommt es am Samstag (20.15 Uhr) nicht nur zum Bundesliga-Nordderby zwischen dem HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt. Nein, dann trifft HSV-Coach Martin Schwalb, der nach dieser Saison bei den Hanseaten in die Funktion des Geschäftsführers wechseln wird, auf seinen Nachfolger Per Carlén, jetzt noch in Diensten der Flensburger. „Ich habe keine Zeit, mir über solche Gerüchte Gedanken zu mache“", winkt Schwalb ab.

Er kümmere sich vielmer um die Vorbereitung auf das Spiel gegen den „kampfstarken“ Nordrivalen. Außerdem: „Es sind so viele Namen im Gespräch, da ist eine Entscheidung noch gar nicht gefallen.“

In der Tat fehlt noch eine Bestätigung der Hamburger zum propagieren Trainerwechsel. Nur im Sommer, als die Spekulationen um Per Carlén ausuferten, gab es eine Stellungnahme des Vize-Meisters. Es gab ein offizielles Dementi, das allerdings unglücklich formuliert war und das Gerede nicht zu stoppen vermochte. Und auch jetzt lassen die Äußerungen der Hamburger Funktionäre Platz für wilde Theorien. „Wir werden unseren neuen Trainer im Januar oder Februar im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen“, erklärt Christian Fitzek, der Sportliche Leiter des HSV. „Nach meiner Kenntnis hat noch niemand unterschrieben“, äußert sich Vize-Präsident Dierk Schmäschke.

Die Flensburger Verantwortlichen hatten schon vor einem Vierteljahr die medialen Enthüllungen als „Ente“ bezeichnet. „Nach Hamburg wird Per Carlén definitiv nicht gehen“, erklärt auch SG-Geschäftsführer Holger Kaiser. Ob der Übungsleiter dem Vorjahres-Dritten auch nach der Sommerpause 2011 erhalten bleibt, scheint indes noch in den Sternen zu stehen. In diesen Tagen steht ein weiteres Gespräch auf der Tagesordnung. „In dieser, nächsten oder übernächsten Woche werden wir eine Entscheidung bekannt geben“, glaubt Team-Manager Ljubomir Vranjes. „Wir müssen in eine Richtung gehen, da wir für die nächste Saison planen wollen.“

 

Per Carlén selbst hat die jüngste Länderspiel-Pause für einen Heimaturlaub genutzt - und auch für „viele Gespräche“ mit seiner Frau, die in Schweden eine Boutique betreibt. „Es ist noch nichts hundertprozentig entschieden“, sagt der 49-Jährige vielsagend. „Hamburg ist und war nie ein Thema für mich. Es geht nur um die Frage, ob ich in Flensburg bleibe oder nicht.“

Eine zentrale Rolle in den Überlegungen nimmt die familiäre Situation ein. Darin eingebettet: der weitere Werdegang von Sohn Oscar. Schon vor Monaten hatte der Senior laut darüber nachgedacht, dass es der sportlichen Entwicklung seines Sprösslings förderlich wäre, wenn sich die Wege des Familien-Duos irgendwann trennen würden. Der Knackpunkt: Auch die Zukunft von Oscar Carlén scheint noch völlig offen zu sein. Gerne würden die Flensburger den auslaufenden Vertrag mit dem 22 Jahre alten Linkshänder verlängern. Allerdings ziert sich dieser noch. „Mit meiner Entscheidung wird es noch etwas dauern, da ich erst 100-prozentig sicher sein möchte“, sagt er. Ein Bleiben an der deutsch-dänischen Grenze schließt er keineswegs aus. „Ich fühle mich in Mannschaft und Verein sehrt wohl, und Flensburg hat Perspektiven.“ Naturgemäß buhlen auch andere Top-Clubs um den besten Flensburger Feldtorschützen.

Der Samstag-Gegner Hamburg gehört pikanterweise dazu. „Oscar Carlén ist für uns interessant“, bestätigt der Sportliche Leiter Fitzek.

Die Gerüchteküche wird also weiter brodeln. Vor dem Nordschlager, während des Spiels und auch – egal mit welchem Ausgang – nach der Partie. Flensburgs Holger Kaiser jedenfalls ist sich sicher, dass sich bei der SG iemand davon ablenken lässt. „Ich bin nah an der Mannschaft und kann sagen, dass die Spekulationen keine Rolle spielen“, sagt der Geschäftsführer. „Und Per Carlén gibt Vollgas. Er ist zu 110 Prozent bei der Sache.“ Das soll am Sonnabend auch der HSV im Nordderby spüren.

KOMMENTARE

Christian Kehl, 09.11.10, 08:22 Uhr
Dass man auf die Worte vieler Verantwortlicher zu zukünftiger Tranferpolitik nicht viel geben kann, sollte jedem mehr »
Gerhard, 06.11.10, 16:26 Uhr
Hamburg sucht einen neuen Trainer, der die Mannschaft weiter bringen soll. Carlen sen. ist das sicherlich nicht. mehr »
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