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Die Chronik

Der Fall Schwenker/Serdarusic

Der Prozess gegen das ehemalige Kieler Erfolgsduo Schwenker/Serdsrusic wird mit Spannung erwartet. Hier die ausführliche Chronik der bisherigen Ereignisse:

 

29. April 2007:

Der THW Kiel gewinnt erstmals die Champions League. Nach dem 29:27-Sieg im Rückspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt wird die frühe Rote Karte gegen den SG-Spielmacher Joachim Boldsen zwar diskutiert. Aber selbst der Gegner räumt ein, Kiel habe verdient gewonnen.

 

Juni 2007:

Bei einem Besäufnis auf der Mallorquiner Finca des HSV-Präsidenten Andreas Rudolph bezichtigt sich THW-Manager Uwe Schwenker laut Zeugenaussagen selbst der Manipulation.

 

25. Juni 2008:

Nach langen Querelen trennt sich der THW Kiel von Trainer Noka Serdarusic, der mit den „Zebras“ elf Deutsche Meisterschaften gewonnen hatte. Vorausgegangen war ein Machtkampf zwischen Serdarusic und Schwenker. Nachdem Schwenker sich von seiner Frau getrennt hatte,  beschimpfte Mirjana Serdarusic die neue Freundin Schwenkers im VIP-Bereich der Ostseehalle als „Schlampe“.

 

Juli 2008:

In einem Termin bei THW-Gesellschafter Georg Wegner bezichtigt Mirjana Serdarusic den Kieler Manager, den Champions League-Sieg gekauft zu haben.

 

29. Dezember 2008:

Serdarusic unterschreibt bei den Löwen einen Vertrag, der von Juli 2009 bis Juni 2012 datiert ist. Gleichzeitig erklären die THW-Profis Nikola Karabatic und Vid Kavticnik, ihrem Ziehvater nach Mannheim folgen zu wollen. Es beginnt ein Transferpoker. Zuvor hat Serdarusic laut Löwen-Gesellschafter Jesper Nielsen angedeutet, beide Spieler ohne Ablöse nach Mannheim lotsen zu können.

 

25. Januar 2009:

Löwen-Manager Thorsten Storm weilt zu Verhandlungen beim THW Kiel. Der THW fordert die Rekordablösesumme von 3,5 Millionen Euro für beide Profis. Kurz darauf bieten die Löwen 1,35 Millionen, davon sind 1,1 Millionen deklariert als Sponsorenpaket durch Nielsens Firma „Pandora“.

 

11. Februar 2009:

Gegenüber Nielsen, Storm und einem Rechtsanwalt berichten Noka und Mirjana Serdarusic detailliert von Schiedsrichter-Bestechungen in der Champions League, auch für das Finale 2007 in Kiel. Nach einer Sitzung der Gesellschafterversammlung der Löwen beschließt der Club aufgrund dieser Vorwürfe, das Verhältnis mit Serdarusic wieder zu lösen.

 

25. Februar 2009:

Die Löwen geben die Auflösung des Vertrages mit Serdarusic bekannt. Serdarusic selbst begründet dies in einem Interview mit dem Sportinformationsdienst mit seinem schlechten körperlichen Zustand.

 

26. Februar 2009:

Dieter Matheis, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates der Löwen, schreibt Schwenker einen vertraulichen Brief. Darin bittet er um Schwenkers „Ehrenwort“, dass er von „mehrmaligen Schiedsrichterbestechungen“ nichts gewusst habe. Gleichzeitig informiert er den Liga-Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Werner über die Vorwürfe. Werner wiederum informiert die anderen Aufsichtsräte und das Präsidium davon. Es wird eine Sondersitzung anberaumt.

 

28. Februar 2009:

Der Skandal wird öffentlich. Als erstes Medium berichten die Zeitungen des SHZ-Verlages und die HANDBALLWOCHE über die Vorwürfe. Schwenker äußert sich nicht zu den Vorwürfen.

 

1. März 2009:

Im Hamburger Hotel „Gastwerk“ erklärt Schwenker vor Liga-Vertretern, die Vorwürfe seien haltlos. Es gibt keine belastenden Dokumente.

 

3. März 2009:

Nach einer Sitzung des HBL-Präsidiums in Dortmund erklären die deutschen Handball-Funktionäre die Affäre für beendet.

 

5. März 2009:

Auch die Europäische Handball-Föderation (EHF) erklärt, sie sehe keinen Anlass, den Vorwürfen nachzugehen.

 

6. März 2009:

In einer Vorabmeldung berichtet der SPIEGEL von dem Treffen  der Rhein Neckar-Löwen mit Serdarusic am 11. Februar. Daraufhin schaltet sich die Kieler Staatsanwaltschaft ein, nimmt Ermittlungen auf und führt Hausdurchsuchungen durch.

 

13. März 2009:

Vor der Partie HSV-Kiel werden die deutschen Schiedsrichter Lemme/Ullrich wegen des Verdachts der Bestechlichkeit abgesetzt. Das Duo tritt Ende 2009 zurück.

 

17. März 2009:

Die EHF kündigt an, 4000 internationale Spiele seit 2005 zu überprüfen. Ermittlungen gegen den THW Kiel lässt der Veranstalter der Champions League bis zum Ende des Verfahrens ruhen.

 

23. März 2009:

Der SPIEGEL berichtet von weiteren Details. Demnach soll der kroatische Geschäftsmann Nenad Volarevic als Mittelsmann gedient haben. Er soll, so der Vorwurf, rund 90.000 Euro an die polnischen Schiedsrichter weitergeleitet haben. Weiterhin berichtet das Nachrichtenmagazin von zwei Barabhebungen in Höhe von 60.000 Euro beim THW, deren Verbleib ungeklärt sei.

 

31. März 2009:

HSV-Präsident Andreas Rudolph berichtet in einer Pressekonferenz von der Feier auf Mallorca und fordert den Rücktritt Schwenkers. Warum er erst so spät darüber berichtet, bleibt unklar.

 

5. April 2009:

Die Gesellschafter und der Beirat des THW Kiel fordern Schwenker auf, den Verbleib des in Frage stehenden Bargeldes aufzuklären.

 

7. April 2009:

Der THW Kiel und Schwenker trennen sich. Schwenker darf aber bis zum 30. Juni 2009 als THW-Geschäftsführer fungieren.

 

30. Januar 2010:

Die Staatsanwaltschaft Kiel erhebt Anklage wegen Untreue (Schwenker) bzw. Beihilfe zur Untreue (Serdarusic) und Betrug.

 

1. Dezember 2010:

Serdarusic überweist dem THW Kiel 42.925,53 Euro. Es wird deklariert als Rückzahlung des Darlehens in Höhe von 60.000 Euro (abzgl. der vereinbarten Prämien).

 

13. Januar 2011:

Die 5. große Strafkammer des Landgerichts unter dem Vorsitzenden Stefan Worpenberg eröffnet das Hauptverfahren wegen Untreue und Bestechung im geschäftlichen Verkehr.. Angesetzt werden 20 Verhandlungstage.

 

22. März 2011:

Schwenker wirft Storm, Nielsen und Serdarusic vor, sie hätten vor dem Skandal versucht, ihn mit dem vermeintlichen Wissen um Manipulationen in der Champions League zu erpressen. Erpressungsgegenstand waren ihm zufolge die Profis Karabatic und Kavticnik.

 

März 2011:

Der ursprünglich für den 29. März 2011 vorgesehene Prozessauftakt gegen Schwenker und Serdarusic wird aus gesundheitlichen Gründen verschoben.

 

21. September 2011:

Der Prozess vor dem Kieler Landgericht, für den 21 Prozesstage angesetzt sind, beginnt.

 

KOMMENTARE

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